Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Braugerste-Erntefest in Einbeck

Die erste regionale Braugerste in Südniedersachsen ist geerntet, die beteiligten Landwirte trafen sich jetzt zum „Erntefest“ in Einbeck. Die Landfrauen haben aus Gerste eine Erntekrone gebunden. Was nicht so einfach war, denn eigentlich werden Erntekronen aus mehreren verschiedenen Getreidesorten gebunden, auch durfte die Gerste nicht zu trocken sein, erzählen die Landfrauen Inge Cramm und Sabine von Dassel. Herausgekommen ist eine ungewöhnliche Krone mit den typischen langen Gerstegrannen. Sie wird jetzt in der Münsterkirche St. Alexandri in Einbeck aufgehängt, wofür sich Pastor Daniel Konnerth im Namen der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde herzlich bedankte. Landfrau Inge Meibohm, die ihre Bindekunst bei Erntekronen gerne weitergab, habe ihm gesagt, dass bei jedem gebundenen Strauß für die Krone ein Gebet gesprochen werde, berichtete der Pastor. Aus rund 800 einzelnen kleinen Sträußen besteht die Gersten-Erntekrone…

Beim „Erntefest“ der Braugerste-Landwirte auf dem Brauereihof erläuterte Ulrich Meiser die Erntekrone. Foto: Frank Bertram

In diesem Jahr wurde von sieben landwirtschaftlichen Betrieben in Südniedersachsen gezielt für das Einbecker Brauhaus erstmals gemeinsam Sommerbraugerste angebaut. Im August sind insgesamt fast 800 Tonnen geerntet worden, die nun zu Braumalz für Einbecker Bier verarbeitet werden können. Noch liegt die Gerste in den Silos der Landwirte und wartet darauf, zur Mälzerei nach Schweinfurt gebracht zu werden.

Landwirt Heinrich Klingelhöfer aus Groß Lengden bei Göttingen mit seiner geernteten Braugerste. Foto: privat

Das Einbecker Brauhaus hatte anlässlich der abgeschlossenen Ernte die Landwirte zu einem „Erntefest“ nach Einbeck eingeladen. Bei dem Projekt „Regionale Braugerste“ engagieren sich die Landwirte Heinrich Klingelhöfer aus Groß Lengden bei Göttingen, Christoph von Breitenbuch aus Parensen und Dassel-Sievershausen, Henning und Bastian Meyer aus Katlenburg, Torsten Fröchtenicht aus Northeim-Hillerse, Markus Gerhardy aus Gieboldehausen sowie Armin Eggert und Siegbert Stieg aus Gleichen-Rittmarshausen.

Brauhaus-Marketingleiter Ingo Schrader erläuterte bei einem Rundgang durch die Brauerei: „Regionale Lebensmittel genießen hohes Vertrauen. Die regionale Herkunft ist, wenn es ums Essen und Trinken geht, für die Konsumenten noch wichtiger geworden. Diese Entwicklung greifen wir als Regionalbrauerei aktiv auf.“ Einbecker-Vorstand Martin Deutsch ergänzte: „Das regional verwurzelte Einbecker Brauhaus möchte zeigen, wo die Rohstoffe wachsen, die für Bier notwendig sind.“

Landwirt Christoph von Breitenbuch zieht ein positives Resümee: „Wir haben zum ersten Mal Sommerbraugerste angebaut. Die Hitzephase im Juli konnten die Getreidepflanzen nicht gut vertragen. Mit dem Ertrag sind wir aber dennoch zufrieden. Außerdem geht es uns ums Gesamtpaket.“ Darauf kommt es auch Markus Gerhardy an: „Das ist gelebte Regionalität“.

Mälzereigeschäftsführer Stephan Bergler: „Da hat sich eine tolle, aktive Gruppe von Landwirten gefunden. Mit der Qualität der Ernte und der Verarbeitungsfähigkeit der Braugerste können wir zufrieden sein.“ Und dabei sei es kein einfaches Jahr gewesen, nicht nur mit unterschiedlichem Erntewetter, sondern auch im Verlauf der Monate. Trotz der schwierigen Umstände und der durchaus differenzierten Ernte könne man in das Modell starten.

Beim „Erntefest“ im Brodhaus am Einbecker Marktplatz, dem ältesten Wirtshaus Niedersachsens, wurde passenderweise Gerstensuppe und Ochsenbraten mit Gerstenbratlingen zum Einbecker Bier gereicht.

Christoph Benseler, Technischer Leiter des Einbecker Brauhauses und Beiratsmitglied in der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des niedersächsischen Braugerstenanbaus und in der deutschen Braugerstengemeinschaft sowie Vorsitzender des Agrarausschusses des Deutschen Brauer-Bunds, möchte die Zusammenarbeit mit den Landwirten aus der Region weiter pflegen und intensivieren. Das sei eine sehr gute Kooperation, der Zusammenhalt unter den beteiligten Landwirten sei groß, alle lernten voneinander. Benseler: „Wir werden dieses Projekt weiterhin nach Kräften unterstützen.“ Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser ergänzte: „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

Die Braugerste-Landwirte trafen sich zum „Erntefest“ in Einbeck. Foto: Frank Bertram
Erntekrone aus Gerste. Foto: Frank Bertram
Gerstensuppe. Foto: Frank Bertram
Ochsenbraten mit Gerstenbratlingen. Foto: Frank Bertram
Bockbier-Tiramisu. Foto: Frank Bertram

50 Jahre Stammtisch „Zum goldenen E“

Jeden Montag treffen sie sich. Seit 50 Jahren jeden Montag. 18.000 Tage haben sie so schon gemeinsam verbracht, und das Brauherren Pils gehört immer dazu. Die Mitglieder des Stammtisches „Zum goldenen E“  aus Salzderhelden haben ihr goldenes Jubiläum jetzt unter freiem Himmel im Garten nachgeholt, nachdem am eigentlichen Termin im Febuar die Corona-Pandemie größeren Zusammenkünften noch einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. 1971 hatten sich auf Initiative der Einbecker Brauhaus AG und des damaligen Direktor Karl-Ernst Lenz Stammtische zum goldenen „E“, dem Markenzeichen der Brauerei, gebildet. Der Salzderheldener war Nummer 13. „Das war für uns eine Glückszahl“, sagt Mitglied Jörg Meister. Denn so lange und so regelmäßig wie der Salzderheldener Stammtisch gibt es keinen mehr der vor 50 Jahren initiierten Treffen.

Klaus Talke, Manfred Döllerer, Jürgen Kiehne, Klaus Haendel, Jörg Meister. Foto: Frank Bertram

Und die Stammtischbrüder sitzen montags nicht einfach so herum, scherzte Jörg Meister. Die Treffen seien dafür da, um Neuigkeiten untereinander auszutauschen, Probleme zu lösen und das Einbecker Bier zu genießen, das einst Martin Luther schon so lobte. Der schwarze Zylinder gehört immer dazu, seit 1993 gibt es als Kleidung für offizielle Anlässe dunkelgrüne Sakkos mit rot-silbern-gestreifer Krawatte.

Immer, wenn sich montags ab 18 Uhr der Stammtisch trifft (jeder der Teilnehmer hat seinen festen Stammplatz), gibt es etwas zu essen. Ein festes Ritual neben dem frisch gezapften Einbecker Brauherren Pils. Selbst zu Zeiten als es die Gastwirtschaft des ehemaligen Präsidenten Jürgen Dietrich (später Monika Voss) in Salzderhelden noch gab, durften die Stammtischbrüder ihr Essen mitbringen. Nach dem Schließen der Gastwirtschaft trifft sich der Stammtisch „Zum goldenen E“ im Gemeinschaftsraum im Bahnhof, zurzeit unter den aktuellen Corona-Bedingungen privat.

Dass der Stammtisch „Zum goldenen E“ zu Salzderhelden gehört, zeigen auch die Aktivitäten der Herren abseits der montäglichen Treffen. Die Stammtischfreunde sind bei allen Veranstaltungen im Flecken regelmäßig dabei, beteiligen sich an den Festen. Daneben unternehmen sie Fahrten in die nähere und weitere Umgebung. Zum Jubiläum gratulierten neben Vertreter der Salzderheldener Vereine auch Ortsbürgermeister Dirk Heitmüller. Der Stammtisch gehöre zum Ortsgeschehen dazu.

Präsident ist seit zehn Jahren Jürgen Kiehne, er ist neben Klaus Talke schon seit 50 Jahren seit der Gründung dabei. Die anderen Herren kamen später hinzu: Dieter Henniges, Albert Thormann, Manfred Döllerer, Klaus Haendel und Jörg Meister. Erst neu dabei sind Edgar Fried, der schon seit über zehn Jahren immer ein gern gesehener Gast war, und Dr. Reinhard Binder.

Welche Wünsche hat der Stammtisch? Jüngere Mitglieder sind gerne gesehen, sobald hoffentlich bald der Gemeinschaftsraum im Bahnhof für die wöchentlichen Treffen wieder nutzbar ist. Auf gezapftes Bier freuen sich alle, die der Einbecker Brauhaus AG für die jahrelange Begleitung danken. Und gesund und munter wollen alle bleiben, um sich montags treffen zu können. Am Stammtisch „Zum goldenen E“.

Jubiläumsfest im Garten bei Jörg Meister (r.). Foto: Frank Bertram
Die Gründungsurkunde vom 22. Februar 1971.
1971 initiierte die Brauerei die Stammtische „Zum goldenen E“.
Fotos von den ersten Treffen im Erinnerungsalbum.
Gruppenfotos aus vergangenen Jahren. Foto: Frank Bertram
Präsidentenwahl im Kreis, der Kandidat in der Mitten.

Hopfenfrucht-Präsentation bei der Volksbank

Da werden vermutlich einige Besucher der Volksbank in Einbeck überrascht sein, wenn sie dieser Tage ihre Bankfiliale betreten und eine Getränke-Präsentation mit Hopfenfrucht sehen, dem alkoholfreien Bier-Saft-Mischgetränk, die sie sonst eher aus Getränkemärkten kennen. Doch die Volksbank hat ihre Sonderfläche für Präsentationen schon Eulenfest-Autogewinnen oder Ausstellungen zur Verfügung gestellt, warum nicht auch einmal für eine Neukreation lokaler Unternehmen wie dem Einbecker Brauhaus und Beckers Bester, fragten sich die Verantwortlichen. Zumal die Genossenschaftsbank zurzeit mit ihrer Initiative „simply local“ durchstartet, die heimische Händler, Produzenten und Dienstleister unterstützen soll und regionale Produkte in den Vordergrund schieben will, wie Michael Pankalla von der Volksbank sagt.

Hopfenfrucht, im März 2020 auf den Markt gekommen als absolute Neuheit auf dem Getränkemarkt, ist immer noch einzigartig: Aus alkoholfreiem Bier des Einbecker Brauhauses und Direktsaft von Beckers Bester aus Lütgenrode entstehen die zwei Hopfenfrucht-Sorten Weiße Traube-Zitrone und Rote Traube-Holunder. Die beiden Brauhaus-Industriekaufmann-Auszubildenden Collin White und Linus Döring haben in den vergangenen Tagen die Kisten mit Hopfenfrucht in der Volksbank einladend aufgebaut – zufällig passend zum sommerlichen Grill, den die Volksbank zurzeit verlost. Und das Einladende bei den Getränkeflaschen ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn die Flaschen stehen nicht nur zur Ansicht dort, sondern dürfen zum Probieren auch mal mitgenommen werden, wenn das Beratungsgespräch mit den Volksbank-Mitarbeitern beendet ist.

Ulrich Meiser, Collin White und Linus Döring vom Einbecker Brauhaus mit Michael Pankalla von der Volksbank in Einbeck an der Hopfenfrucht-Präsentation. Foto: Frank Bertram

Einbecker Bierpfad: Frisches Layout, zeitgemäße Inhalte und ein weiteres Fass

Der Einbecker Bierpfad, auf dem Interessierte bereits seit fast zwei Jahrzehnten die Biergeschichte quer durch die Innenstadt verfolgen können, ist überarbeitet worden. Ein frisches Layout, aktualisierte Inhalte und eine neue zusätzliche Fassstation sowie multimediale Inhalte beschert der Relaunch, der jetzt von Einbeck Tourismus präsentiert wurde.

Bierpfad-Markierung. Foto: Frank Bertram

Dank einer neuen Bierfass-Station beinhaltet die Tour nun acht Fässer und hat eine Länge von 2,5 Kilometer – sofern die Gäste an Fass 1 starten und zu diesem Fass am Ende wieder zurückkehren. Die neueste Station des Einbecker Bierpfads (Bierfass Nr. 7) befindet sich beim historischen Wasserkasten, in der Nähe des Diekturms, am südlichen Rand der Altstadt. An dieser Station geht es um den Mühlenkanal, das Krumme Wasser und die heimische Braugerste.

Passend zum Relaunch wurde ebenfalls ein aktualisiertes Faltblatt zur Tour herausgebracht (hier). Um einen Mehrwert zu schaffen, wurde der Pfad von Einbeck Tourismus multimedial konzipiert: Die Fässer sind mit QR-Codes ausgestattet, hinter denen sich weitere nützliche Informationen, passende Sehenswürdigkeiten und beispielsweise Audiospuren verbergen, die kleine Anekdoten erzählen.

Die Tour ist außerdem digital angelegt und kann auf der Website von Einbeck Tourismus unter der Sparte „Spazieren, Wandern, Laufen“ abgerufen werden. Dort können die GPX-Daten des Einbecker Bierpfads heruntergeladen werden, mit deren Hilfe die Strecke per Navigationsapp abgelaufen werden kann. Imgrunde muss man allerdings einfach den Bierfass-Symbolen folgen…

Präsentieren den aufgefrischten Bierpfad am neuen Bierfass (v.l.): Sigrid Krings, Elena Küchemann, Birgit Lampe, Albert Eggers, Ronja Gillmann und Ulrike Lauerwald. Foto: Stadt Einbeck
Die Symbol-Markierungen weisen den Pfad von Fass zu Fass.
Neues Fass an der Wasserüberquerung unweit des Diekturms. Foto: Frank Bertram
Bierpfad-Fass auf dem Stiftplatz. Foto: Frank Bertram

Wie aus genutztem Brauwasser neue Energie entstehen kann

Für einen Liter Bier braucht es gut vier Liter Wasser. Und wenn dann das gute Bier gebraut und abgefüllt ist, bleibt Wasser übrig und war bislang ungenutztes Abwasser. Rund 180.000 Kubikmeter fallen hier jährlich beim Einbecker Brauhaus an. Doch mit diesem genutzten Brauwasser lässt sich noch etwas anfangen. Die Einbecker Brauhaus AG will durch eine brauereieigene Biogasanlage ab dem nächsten Jahr rund 913 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Möglich macht das eine Biogasproduktion durch anaerobe Abwasseraufbereitung des Einbecker Start-up-Unternehmens FlexBio Technologie GmbH.

Für den Beitrag zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz investiert die Einbecker Brauhaus AG in diesem und im nächsten Jahr insgesamt 1,5 Millionen Euro. Vorstand Martin Deutsch konnte jetzt von Frank Doods, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, einen Förderbescheid über 559.100 Euro in Empfang nehmen. Martin Deutsch dankte der Landesregierung und der N-Bank für die Förderung, die diese Investition besser kalkulierbar mache: „Durch die Nutzung von CO₂-neutraler Bioenergie senken wir unsere Energiekosten“, sagt Deutsch. „Mit der Biogasproduktion durch anaerobe Abwasseraufbereitung leisten wir zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz.“ Zum Beispiel verbessere sich der CO₂-Fußabdruck einer 20-er 0,33l-Kiste Einbecker Brauherren Pils durch das Projekt um ungefähr 112 Gramm.

Beim Einsatz vorhandener Biosubstrate zur Energieerzeugung wird aus organischem Material durch mikrobiellen Abbau der erneuerbare Energieträger Biogas gewonnen. Die Umwandlung in elektrische und thermische Energie im brauereieigenen Blockheizkraftwerk erfolgt CO₂-neutral, informierte das Brauhaus. Damit werde die Umwelt entlastet und fossile Energieträger werden geschont. Das Land Niedersachsen unterstützt mit dem Förderprogramm „Steigerung der betrieblichen Ressourcen- und Energieeffizienz 2.0“ Unternehmen bei nachhaltigen Vorhaben, die sie wegen wirtschaftlicher Folgen der Pandemie sonst nicht durchführen könnten. Frank Doods betont: „Die Reduktion von Treibhausgasen ist wichtiger denn je. Das förderfähige Projekt der Brauerei in Einbeck trägt nachhaltig dazu bei. Das verdient Unterstützung aus Hannover.“

Das Einbecker Brauhaus wird das Projekt zur Energieeinsparung in regionaler Kooperation mit der innovativen Start-up-Firma FlexBio Technologie GmbH verwirklichen. FlexBio wurde in Göttingen gegründet und ist seit kurzem in Einbeck ansässig. Geschäftsführer Paul Bauer: „Unser Anspruch ist die Technologieführerschaft im Bereich der Abwasserreinigung, Wasserrecycling und Rückgewinnung von Energie. Nicht nur in Bezug auf die deutsche Brauwirtschaft.“ Martin Deutsch ergänzt: „Bei dem Projekt werden wir bewusst mit Partnern aus unserer Region zusammenarbeiten. Darüber freuen uns sehr.“

Im Hintergrund die Brauerei, im Anhänger eine Muster-Anlage (v.l.): Paul Bauer, Geschäftsführer FlexBio Technologie GmbH, Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch, Staatssekretär Frank Doods, Christoph Benseler, Technischer Leiter Einbecker Brauhaus AG sowie Franziska Rust, Mitarbeiterin Einkauf Einbecker Brauhaus AG. Foto: Frank Bertram

Braugerste wächst im Medienfokus

Die im März in Südniedersachsen gesäte Braugerste wächst und gedeiht auf den regionalen Äckern. Nicht mehr allzu lange, dann steht die Ernte an. Derweil sorgt das Projekt Regionale Braugerste für überregionale Aufmerksamkeit. Jetzt hat die Fachzeitschaft „Land&Forst“ berichtet und das Thema gar auf die Titelseite gehoben.

Der stellvertretende Chefredakteur des Fachblattes für die Landwirtschaft, Werner Raupert, hat sich vor Ort darüber informiert, warum Einbecker Brauhaus AG und mehrere Landwirte die Braugerste erstmals in diesem Jahr auf Äckern der Region anbauen. In Friedrichshausen bei Sievershausen im Solling fand am Feldesrand ein ausführliches Recherchegespräch mit den Landwirten Christoph von Breitenbuch und Markus Gerhardy sowie den Brauhaus-Vertretern Martin Deutsch, Christoph Benseler und Ulrich Meiser statt.

„Land&Forst“ berichtet ausführlich, wie es zu dem Projekt gekommen ist. Und gegenüber der Fachzeitschrift verrät der Brauhaus-Vorstand das langfristige Ziel. Mit der regionalen Braugerste solle gezielt „Einbecker Brauherren Pils“ gebraut werden. Mittelfristig will die Einbecker Brauerei die Hälfte der benötigen Malzmenge in Südniedersachsen ernten lassen. Langfristig möchten die Brauer die komplette jährliche Braugerstenmenge von 10.000 bis 12.000 Tonnen von regionalen Äckern beziehen. Das aber sei noch Zukunftsmusik, sagten die Brauhaus-Mitarbeiter. Erst einmal sind alle gespannt auf die erste Ernte und den Ertrag, der in diesem Premiere-Jahr erzielt werden kann.

Der Bericht von „Land&Forst“ ist hier zu finden.

Werner Raupert von „Land & Forst“ im Gespräch mit (v.l.) Martin Deutsch, Jobst von Garmissen, Christoph Benseler, Markus Gerhardy, Ulrich Meiser und Christoph von Breitenbuch. Foto: Frank Bertram
Am Feldrand sprachen Brauhaus-Vertreter und beteiligte Landwirte mit „Land & Forst“. Foto: Frank Bertram

Bier wieder nur auf dem Bildschirm

Zum zweiten Mal in der Corona-Pandemie hat das Einbecker Brauhaus seine Aktionärsversammlung ausschließlich digital veranstaltet. Das Bier gab’s für die Anteilseigner heute sozusagen wieder nur auf dem Bildschirm zu sehen (oder in ein paar Tagen als „Verkostungspaket für Zuhause“). 280 der 1500 Aktionäre hatten sich zum Online-Treffen angemeldet, das entsprach 40 Prozent des Grundkapitals. Letztlich verfolgten 70 Teilnehmer die Versammlung im Live-Stream, den wieder wie im Vorjahr ein Dienstleister über die Datenleitung schickte.

Ein Blick in die Bildregie bei der Online-Hauptversammlung im Brauhaus. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Sechs Aktionäre hatten vorab 37 Fragen eingereicht, die Vorstand Martin Deutsch und Aufsichtsratsvorsitzender Robert A. Depner beantworteten. Vorstand und Aufsichtsrat wurden durch online abgegebene Stimmen mit deutlichen Mehrheiten entlastet. „Wir sind bisher überdurchschnittlich gut durch die Krise gekommen“, sagte Vorstand Martin Deutsch. Auf dem Brauereigelände in Einbeck saß der Vorstand mit den zwei Aufsichtsratsmitgliedern Robert A. Depner und Jürgen Brinkmann sowie Notar Wolfgang Borsum mit Abstand vor Kameras, die diese Online-Hauptversammlung ins Internet übertrugen.

Die Einbecker Brauhaus AG hat im vergangenen Jahr ihre Fassbier-Verluste in der Corona-Krise durch verstärkten Absatz von Flaschen- und Dosenbier fast ausgleichen können. Mit der ebenfalls gesteigerten Lohnabfüllung für andere Brauereien erreichte das Einbecker Brauhaus im Geschäftsjahr 2020 ein positives Ergebnis, das Vorstand und Aufsichtsrat am heutigen Dienstag bei einer virtuellen Hauptversammlung den Aktionären vorstellten. Wie von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagen, hat die Hauptversammlung mit großer Mehrheit wegen der aktuell nicht absehbaren wirtschaftlichen Beeinträchtigungen durch die Corona-Krise beschlossen, den Bilanzgewinn in Höhe von 421.811,48 Euro auf neue Rechnung vorzutragen und wie bereits im Vorjahr keine Dividende auszuschütten.

„Die derzeitige Situation birgt noch große Unsicherheiten, insbesondere bei zu erwartenden Wertberichtigungen, obwohl wir Vorsorge getroffen haben“, begründete der Brauerei-Vorstand die erneute Dividenden-Absage – „damit wir auch 2021 schlagkräftig bleiben und Handlungsspielraum nutzen können“. Durch den Verzicht auf eine Ausschüttung bereits im vergangenen Jahr habe das Unternehmen die wichtige Eigenkapitalquote auf jetzt 45,3 Prozent steigern können – die höchste seit 25 Jahren.

In den ersten vier Monaten 2021 habe sich der Bierabsatz der Einbecker-Marken rückläufig, aber besser als der deutsche Biermarkt insgesamt entwickelt, berichtete Vorstand Martin Deutsch. 2021 werde Fassbier bis Jahresende noch weiterhin geringer als üblich abgesetzt. Durch den steigenden Lohnbrau-Bereich werde sich die Gewinnmarge aber deutlich verbessern, prognostierte der Brauerei-Vorstand. Die Einbecker Brauhaus AG strebt in diesem Jahr ein zufriedenstellendes Ergebnis an und möchte für das Geschäftsjahr 2021 auch wieder eine Dividende ausschütten.

„Die Schließung der Gastronomie hat den Bierkonsum nach Hause verlagert“, sagte Vorstand Martin Deutsch. Die Einbecker haben diese Absatzverluste durch ihre eigenen Biermarken in Flaschen nahezu ausgleichen können, berichtete Deutsch. „Unsere zwei Abfüllanlagen sind im wahrsten Sinne des Wortes rund um die Uhr heiß gelaufen.“ Die Brauerei hat von einem Zwei- in ein Dreischichtsystem umgestellt und dadurch rund 25 Prozent mehr Kapazität geschaffen. Deutsch: „Wir waren im Gegensatz zum Wettbewerb fast immer voll lieferfähig.“ Ermöglicht haben das auch Investitionen in neue Kästen und Flaschen in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro.

Hinzu kam, dass die Einbecker im vergangenen Jahr deutlich mehr fremdes Bier, das mit Tankwagen angeliefert wird, für andere Brauereien abgefüllt haben. Auch durch diese zusätzlichen Aktivitäten habe man im Krisenjahr das Unternehmensergebnis sicherstellen können, sagte Deutsch.

Die Einbecker haben allerdings auch von Unterstützungen in der Krise profitiert: Etwa 200.000 Euro hat das Unternehmen weniger für Personal aufgewendet, allein 130.000 Euro stammen dabei aus der Erstattung von Kurzarbeitergeld. In der Einbecker-Gruppe und ihren Tochterunternehmen, zu der auch die Marken Göttinger, Martini  und Kasseler gehören, arbeiten zurzeit 180 Menschen. Die Kasseler Brauhaus GmbH wurde im vergangenen Jahr zur Einbecker Immobilien GmbH umfirmiert, die jetzt alle Immobilienangelegenheiten der Braugruppe abwickelt. Laut Martin Deutsch hat es im Unternehmen dank eines konsequenten Hygienekonzepts bis dato keine Corona-Krankheitsfälle gegeben. Alle Mitarbeiter werden inzwischen zweimal pro Woche auf Covid 19 getestet.

Der Aufsichtsrat der Einbecker Brauhaus AG wurde für fünf Jahre neu gewählt. Wiedergewählt wurden Robert A. Depner (76), Bergisch-Gladbach, Vorstandsvorsitzender der Consortia Vermögensverwaltung AG Köln; er ist seit 1997 Mitglied des Aufsichtsrates und seit 2004 Vorsitzender; Jürgen Brinkmann (64), Heinersreuth, ehemaliger Geschäftsführer des Großaktionärs Ireks GmbH Kulmbach, seit 2014 im Aufsichtsrat, seit 2018 stellvertretender Vorsitzender; Kai-F. Binder (59), Pforzheim, Geschäftsführender Gesellschafter der Friebi GmbH & Co. KG Pforzheim, war bereits zwischen 2008 und 2016 Mitglied des Aufsichtsrates und ist es wieder seit 2019. Kurzfristig seine Bereitschaft zur Kandidatur zurückgezogen hatte Robert Andreas Hesse (59), Geschäftsführer der Möbel Hesse GmbH aus Garbsen – „aus persönlichen Gründen“, wie Aufsichtsratschef Depner während der Versammlung sagte. Da so kurzfristig keine Ersatzkandidatur möglich war, soll bis zur kommenden Hauptversammlung ein sechstes Aufsichtsratsmitglied gerichtlich bestellt werden. Das Gremium sei aber auch aktuell mit nur fünf Mitgliedern handlungsfähig, sagte Depner. Bei den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat wurde Knut Schiemann wiedergewählt. Neu in dem Gremium ist Irina Bohne, die in der Brauerei als Teamleiterin Einkauf und Materialwirtschaft arbeitet.

Vorstand Martin Deutsch erläuterte die Struktur der Einbecker-Braugruppe. Screenshot
Digital fand erneut die Aktionärsversammlung der Einbecker Brauhaus AG statt. Screenshot

Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch im Interview

In der Jahrhunderte langen Geschichte des Einbecker Bieres dürfte man sehr lange zurück blicken müssen, um ein ähnlich schwieriges Jahr wie 2020 zu finden. Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Einbecker Brauhaus AG?

Nach Beginn des ersten Lockdowns hagelte es Veranstaltungsabsagen beinahe im Minutentakt, und damit meine ich nicht allein regionale Events wie unser Hoffest oder das Einbecker Eulenfest, sondern auch internationale Großveranstaltungen wie zum Beispiel die Fußball-Europameisterschaft. Auch unser Export wurde gestoppt, als viele Grenzen geschlossen wurden – eine Situation, wie wir sie nie für möglich gehalten hätten.

Wie waren Kunden des Einbecker Brauhauses betroffen?

Die Gastronomie musste während inzwischen zwei Lockdown-Phasen komplett schließen, kein gezapftes Bier ging mehr über die Theken. Unser margenstarker Fassbier-Absatz sank zeitweise auf Null. Wenn man weiß, dass eine Brauerei auf den zwei Beinen Fassbier und Flaschenbier läuft, kann sich jeder unsere Beeinträchtigung vorstellen: Es läuft sich nicht mehr so gut. Mit den Gastronomen sind wir seit Beginn im Gespräch, haben Tilgungen ausgesetzt und Fassbier zurückgenommen. Wir alle wünschen uns, bald wieder in der Gastronomie sitzen, ein Bier trinken und gut essen zu können. Ich glaube, erst dann wird vielen Menschen bewusst, welchen kulturellen und sozialen Stellenwert Gaststätten, Restaurants und Kneipen in unserer Gesellschaft haben.

Konnten Sie in der beginnenden Corona-Pandemie helfen?

Als Teil der Lebensmittelindustrie haben wir ja ohnehin Desinfektionsmittel vor Ort. In den ersten Wochen konnten wir so die Feuerwehr und Polizei in Einbeck unterstützen. Das gebrauchsfertige und selbsttrocknende Mittel auf Ethanolbasis dient bei uns zur wirksamen Desinfektion von technischen Oberflächen. Es konnte zum fortlaufenden Desinfizieren der Feuerwehrgerätschaften und des Empfangstresens der Polizeistation sowie der Bedienelemente der Funkstreifenwagen zum Einsatz kommen. Leider konnten wir in der Anfangsphase nicht, wie das andere Hersteller getan haben, Alkohol für Desinfektionsmittel bereitstellen, weil der Abfallalkohol unserer Entalkoholisierung dafür nicht geeignet ist.

Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen?

Für unsere Mitarbeiter lautet extreme Distanz das Gebot dieser Zeit. So gibt es beispielsweise keine Schichtübergaben mehr. Das soziale Leben in der täglichen Zusammenarbeit ist durch das Abstandgebot zum Erliegen gekommen – bis hin zur Absage der Weihnachtsfeier. Wir haben im Frühjahr sofort und sehr kurzfristig Homeoffice-Möglichkeiten geschaffen und dabei nicht nur Hardware und Software zur Verfügung gestellt, sondern auch höchste IT-Sicherheitsbedingungen berücksichtigt. Außer der Absage von Veranstaltungen haben wir außerdem unseren Fan-Shop schließen müssen und natürlich unseren Außendienst gestoppt. Auch Brauerei-Besichtigungen dürfen bis zum heutigen Tage nicht mehr stattfinden. Für unsere Kunden haben wir sofort die Aktionen „Flasche hilft Fass“ und „Einbecker gibt einen aus“ aufgelegt. Die Fass-Abfüllung ist zwar auf Null gefallen, dafür mussten wir aber in der Flaschenabfüllung im Sommer Zusatzschichten fahren, um die gestiegene Nachfrage befriedigen zu können.

Welche Unterstützung hat das Einbecker Brauhaus erhalten und in Anspruch genommen?

Erstmals in der Geschichte der Einbecker Brauhaus AG mussten wir Kurzarbeit einführen, insgesamt 14 Mitarbeiter waren 52 Wochen in Kurzarbeit und haben entsprechendes Kurzarbeitergeld erhalten. Die Kurzarbeit für das gesamte Unternehmen ist heute beendet. Ich möchte allen für ihre Flexibilität und Solidarität in dieser Phase danken. Stundungsmöglichkeiten beispielsweise bei der Biersteuer haben wir nicht in Anspruch genommen. Für andere Hilfemaßnahmen waren die Voraussetzungen nicht erfüllt. Unser Betriebsrat hat uns in der gesamten Zeit sehr gut unterstützt. Bislang haben wir keine Mitarbeiter entlassen müssen. Und das bleibt auch in Zukunft unser Ziel.

Welche Erfolge hat die Einbecker Brauhaus AG erreicht?

Wir haben mit einer nur kurzen Vorbereitungszeit und mit überschaubarem Aufwand die erste virtuelle Hauptversammlung der deutschen Getränkeindustrie auf die Beine gestellt. Und schließlich sind durch unsere Maßnahmen und mit persönlicher Disziplin und Vorsicht aller unsere Mitarbeiter alle gesund geblieben.

Was würden Sie sagen: Wie hat das Einbecker Brauhaus bislang die Krise gemeistert?

Im Rahmen der Möglichkeiten gut. Eine Prognose kann man aber eigentlich gar nicht treffen. Wir können nur hoffen, dass sich die Situation in der Gastronomie spätestens im Sommer wieder verbessert. Ein Lichtblick ist unser neues Produkt „Hopfenfrucht“. Regionalität ist unsere Antwort. Unsere Kooperation mit der Firma beckers bester verläuft erfolgreich. Wir haben das erste Biermischgetränk Deutschlands auf den Markt gebracht, das ohne Zucker, Süßungsmittel und künstliche Aromen auskommt. Alkoholfreies Premium-Bier trifft auf naturbelassenen Direktsaft. Unsere „Hopfenfrucht“ liegt voll im Trend, hat Null Alkohol und ist vegan.

Haben die beiden Lockdowns unterschiedlich weh getan?

Die Stimmung war im ersten Lockdown besser. Damals hat man noch eher ein Bier über den Gartenzaun getrunken, es wurde Sommer. Der Verkauf von Flaschenbier stieg an. Im zweiten Lockdown ist die Stimmung deutlich schlechter, es war Winter und es gab keine Verzehranlässe für Bier mehr. Wirtschaftlich war der erste Lockdown extrem, weil eigentlich gerade bei bestem Wetter die Außensaison hätte starten können, unsere Maibock-Saison. Und gerade da waren alle Gaststätten geschlossen. Das war schon traurig. Der zweite Lockdown tut noch mehr weh, weil er so lange andauert.

Konnten Sie sich auf den zweiten Lockdown dann besser vorbereiten?

Nein, das kann man nicht. Aber natürlich haben wir aus den Erfahrungen des ersten Lockdowns gelernt, was Disposition und Lagerhaltung betrifft.

In jeder Krise ist eine Chance verborgen, sagt man. Welche neuen Erfahrungen und Möglichkeiten können Sie bislang entdecken?

Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist noch einmal stark gewachsen. Das hat sich beim Einsatz und der Flexibilität der Mitarbeiter gut gezeigt. Es gibt eine Bereitschaft zum Wandel. Im Einbecker Brauhaus ist agiles Arbeiten kein Problem. Die Corona-Krise hat auch einen Digitalisierungsturbo gebracht, heutzutage sind Videokonferenzen zum Alltag geworden und für manche Themen eine gute Möglichkeit, sich schnell und effizient auszutauschen. Selbstverständlich sind persönliche Treffen unschlagbar und für einige Themen auch unabdingbar. Aber oftmals geht es ja auch nur um die persönliche Bereitschaft und innere Einstellung, modernere Gesprächsformate überhaupt zuzulassen. Wenn dieser innere Wandel erreicht ist, haben wir zumindest eine weitere Möglichkeit zur Auswahl.

(Das Interview hat am 15. März 2021 stattgefunden)

Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch. Foto: Einbecker Brauhaus AG
Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Leere-Töpfe-Aktion: Gastronomie wünscht sich Perspektive

In ganz Niedersachsen haben Vertreter der Dehoga als Unternehmerverband des Gastgewerbes symbolisch leere Töpfe an Landtags- und Bundestagsabgeordnete überreicht. In Höckelheim nahm der Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne (CDU) die Rezeptwünsche nach einer Perspektive für die Gastronomie von Marco Fries entgegen, Chef im Don’s Diner und aktuell im Grilljahr der Einbecker Brauhaus AG das Gesicht der Marketing-Kampagne.

Die Töpfe vieler Gastronomen und Hotelbetreiber sind leer. Ebenso wie die Kassen und Rücklagen, nach acht Monaten Lockdown in der Corona-Pandemie ohne Einkünfte. Der Dehoga wünscht sich von der Politik dringend neue Rezepturen für den Weg aus der Krise. Keine Branche und kein Unternehmen könne über Monate von Rücklagen und Überbrückungshilfen existieren. Außerhausverkauf sei zu wenig. Fast jeder vierte Betrieb stehe vor der Geschäftsaufgabe. Ohne baldige Perspektive werde man das auch in einigen Monaten in Einbeck spüren, machte Dehoga-Kreisvorsitzender Alexander Pohl deutlich. Gerade im beginnenden Frühling sei die Außengastronomie mit Abstand und Hygienekonzepten möglich – und für Gastronomen existenziell. Hinzu komme, dass Gastronomie beispielsweise auf dem Marktplatz zum Leben in der Innenstadt unbedingt dazu gehöre. Und auch Einzelhandel sei nicht denkbar ohne Cafés und Gaststätten, ebenso wenig wie umgekehrt.

Die leeren Kochtöpfe sollen in eindringlicher Weise die katastrophalen Zustände im Hotel- und Gaststättengewerbe symbolisieren. Politiker sollen in diese leeren Töpfe ihre Rezepte legen, wie das Gastgewerbe eine Perspektive, eine Öffnungsstrategie und weitere Hilfen erhalten kann.

Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt hat von der Dehoga einen leeren Topf überreicht bekommen – in Northeim. Der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha erhielt den Topf in Einbeck. Alle sagten den Gastronomen zu, ihre Bedenken ernst zu nehmen und nach Perspektiven zu suchen.

Gastronom Marco Fries (l.) überreicht MdB Dr. Roy Kühne symbolisch einen leeren Topf. Foto: Büro Kühne / Mennecke
(c) Einbecker Brauhaus AG
Dehoga-Vorsitzender Alexander Pohl (l.) überreicht symbolisch einen leeren Topf auf dem leeren Marktplatz an MdL Christian Grascha. Foto: Frank Bertram

Wo Einbecker auf Platz 1 steht

Die Kanäle der sozialen Netzwerke wie Facebook und Instagram werden für das Marketing von Unternehmen immer wichtiger – können die Kunden doch hier gerade auch in Zeiten des Abstandhaltens direkt angesprochen und erreicht werden. Die Einbecker Brauhaus AG hatte schon vor Beginn der Pandemie ihre Social Media Kanäle intensiviert und freut sich jetzt über Erfolg: Im Online-Check deutscher Biermarken von web-netz.de haben die Einbecker gut abgeschnitten, im Facebook-Ranking Engagement belegt das Brauhaus Platz 1, die zur Gruppe gehörende Marke Härke den sechsten Platz. Beim Instagram Engagement-Ranking müssen die Einbecker zwar unter anderem die Marke mit dem Plopp vorbei ziehen lassen, belegen aber einen guten fünften Rang.

Glückwünsche zu diesem Abschneiden kamen direkt vom Deutschen Brauerbund, der den Einbeckern gratulierte. Die Einbecker Brauer freuen sich über das positive Feedback auf ihr verstärktes Engagement in diesem Marketingbereich. Marketingleiter Ingo Schrader betont die organische Fanstruktur im Social Media der Brauerei. „Alle Follower sind echt, die Community reagiert.“

Berücksichtigt bei dem Ranking wurde die durchschnittliche Anzahl der Interaktionen (Like, Kommentare, Shares etc.) pro Tag auf Posts/Beiträge eines Tages im Verhältnis zur Anzahl der Fans/Follower desselben Tages in diesem Jahr bis Mitte April. Im Fokus der web-netz.de-Analyse stehen die beiden Kanäle Instagram und Facebook. Zu beiden Netzwerken wurden jeweils drei Rankings ermittelt für die Kennzahlen Follower, Engagement und „Fleißnoten“ (Anzahl der Postings 1. bis 14. April 2021).

Beitragsnavigation