Einbecker Bierblog

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Bier wieder nur auf dem Bildschirm

Zum zweiten Mal in der Corona-Pandemie hat das Einbecker Brauhaus seine Aktionärsversammlung ausschließlich digital veranstaltet. Das Bier gab’s für die Anteilseigner heute sozusagen wieder nur auf dem Bildschirm zu sehen (oder in ein paar Tagen als „Verkostungspaket für Zuhause“). 280 der 1500 Aktionäre hatten sich zum Online-Treffen angemeldet, das entsprach 40 Prozent des Grundkapitals. Letztlich verfolgten 70 Teilnehmer die Versammlung im Live-Stream, den wieder wie im Vorjahr ein Dienstleister über die Datenleitung schickte.

Ein Blick in die Bildregie bei der Online-Hauptversammlung im Brauhaus. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Sechs Aktionäre hatten vorab 37 Fragen eingereicht, die Vorstand Martin Deutsch und Aufsichtsratsvorsitzender Robert A. Depner beantworteten. Vorstand und Aufsichtsrat wurden durch online abgegebene Stimmen mit deutlichen Mehrheiten entlastet. „Wir sind bisher überdurchschnittlich gut durch die Krise gekommen“, sagte Vorstand Martin Deutsch. Auf dem Brauereigelände in Einbeck saß der Vorstand mit den zwei Aufsichtsratsmitgliedern Robert A. Depner und Jürgen Brinkmann sowie Notar Wolfgang Borsum mit Abstand vor Kameras, die diese Online-Hauptversammlung ins Internet übertrugen.

Die Einbecker Brauhaus AG hat im vergangenen Jahr ihre Fassbier-Verluste in der Corona-Krise durch verstärkten Absatz von Flaschen- und Dosenbier fast ausgleichen können. Mit der ebenfalls gesteigerten Lohnabfüllung für andere Brauereien erreichte das Einbecker Brauhaus im Geschäftsjahr 2020 ein positives Ergebnis, das Vorstand und Aufsichtsrat am heutigen Dienstag bei einer virtuellen Hauptversammlung den Aktionären vorstellten. Wie von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagen, hat die Hauptversammlung mit großer Mehrheit wegen der aktuell nicht absehbaren wirtschaftlichen Beeinträchtigungen durch die Corona-Krise beschlossen, den Bilanzgewinn in Höhe von 421.811,48 Euro auf neue Rechnung vorzutragen und wie bereits im Vorjahr keine Dividende auszuschütten.

„Die derzeitige Situation birgt noch große Unsicherheiten, insbesondere bei zu erwartenden Wertberichtigungen, obwohl wir Vorsorge getroffen haben“, begründete der Brauerei-Vorstand die erneute Dividenden-Absage – „damit wir auch 2021 schlagkräftig bleiben und Handlungsspielraum nutzen können“. Durch den Verzicht auf eine Ausschüttung bereits im vergangenen Jahr habe das Unternehmen die wichtige Eigenkapitalquote auf jetzt 45,3 Prozent steigern können – die höchste seit 25 Jahren.

In den ersten vier Monaten 2021 habe sich der Bierabsatz der Einbecker-Marken rückläufig, aber besser als der deutsche Biermarkt insgesamt entwickelt, berichtete Vorstand Martin Deutsch. 2021 werde Fassbier bis Jahresende noch weiterhin geringer als üblich abgesetzt. Durch den steigenden Lohnbrau-Bereich werde sich die Gewinnmarge aber deutlich verbessern, prognostierte der Brauerei-Vorstand. Die Einbecker Brauhaus AG strebt in diesem Jahr ein zufriedenstellendes Ergebnis an und möchte für das Geschäftsjahr 2021 auch wieder eine Dividende ausschütten.

„Die Schließung der Gastronomie hat den Bierkonsum nach Hause verlagert“, sagte Vorstand Martin Deutsch. Die Einbecker haben diese Absatzverluste durch ihre eigenen Biermarken in Flaschen nahezu ausgleichen können, berichtete Deutsch. „Unsere zwei Abfüllanlagen sind im wahrsten Sinne des Wortes rund um die Uhr heiß gelaufen.“ Die Brauerei hat von einem Zwei- in ein Dreischichtsystem umgestellt und dadurch rund 25 Prozent mehr Kapazität geschaffen. Deutsch: „Wir waren im Gegensatz zum Wettbewerb fast immer voll lieferfähig.“ Ermöglicht haben das auch Investitionen in neue Kästen und Flaschen in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro.

Hinzu kam, dass die Einbecker im vergangenen Jahr deutlich mehr fremdes Bier, das mit Tankwagen angeliefert wird, für andere Brauereien abgefüllt haben. Auch durch diese zusätzlichen Aktivitäten habe man im Krisenjahr das Unternehmensergebnis sicherstellen können, sagte Deutsch.

Die Einbecker haben allerdings auch von Unterstützungen in der Krise profitiert: Etwa 200.000 Euro hat das Unternehmen weniger für Personal aufgewendet, allein 130.000 Euro stammen dabei aus der Erstattung von Kurzarbeitergeld. In der Einbecker-Gruppe und ihren Tochterunternehmen, zu der auch die Marken Göttinger, Martini  und Kasseler gehören, arbeiten zurzeit 180 Menschen. Die Kasseler Brauhaus GmbH wurde im vergangenen Jahr zur Einbecker Immobilien GmbH umfirmiert, die jetzt alle Immobilienangelegenheiten der Braugruppe abwickelt. Laut Martin Deutsch hat es im Unternehmen dank eines konsequenten Hygienekonzepts bis dato keine Corona-Krankheitsfälle gegeben. Alle Mitarbeiter werden inzwischen zweimal pro Woche auf Covid 19 getestet.

Der Aufsichtsrat der Einbecker Brauhaus AG wurde für fünf Jahre neu gewählt. Wiedergewählt wurden Robert A. Depner (76), Bergisch-Gladbach, Vorstandsvorsitzender der Consortia Vermögensverwaltung AG Köln; er ist seit 1997 Mitglied des Aufsichtsrates und seit 2004 Vorsitzender; Jürgen Brinkmann (64), Heinersreuth, ehemaliger Geschäftsführer des Großaktionärs Ireks GmbH Kulmbach, seit 2014 im Aufsichtsrat, seit 2018 stellvertretender Vorsitzender; Kai-F. Binder (59), Pforzheim, Geschäftsführender Gesellschafter der Friebi GmbH & Co. KG Pforzheim, war bereits zwischen 2008 und 2016 Mitglied des Aufsichtsrates und ist es wieder seit 2019. Kurzfristig seine Bereitschaft zur Kandidatur zurückgezogen hatte Robert Andreas Hesse (59), Geschäftsführer der Möbel Hesse GmbH aus Garbsen – „aus persönlichen Gründen“, wie Aufsichtsratschef Depner während der Versammlung sagte. Da so kurzfristig keine Ersatzkandidatur möglich war, soll bis zur kommenden Hauptversammlung ein sechstes Aufsichtsratsmitglied gerichtlich bestellt werden. Das Gremium sei aber auch aktuell mit nur fünf Mitgliedern handlungsfähig, sagte Depner. Bei den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat wurde Knut Schiemann wiedergewählt. Neu in dem Gremium ist Irina Bohne, die in der Brauerei als Teamleiterin Einkauf und Materialwirtschaft arbeitet.

Vorstand Martin Deutsch erläuterte die Struktur der Einbecker-Braugruppe. Screenshot
Digital fand erneut die Aktionärsversammlung der Einbecker Brauhaus AG statt. Screenshot

Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch im Interview

In der Jahrhunderte langen Geschichte des Einbecker Bieres dürfte man sehr lange zurück blicken müssen, um ein ähnlich schwieriges Jahr wie 2020 zu finden. Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Einbecker Brauhaus AG?

Nach Beginn des ersten Lockdowns hagelte es Veranstaltungsabsagen beinahe im Minutentakt, und damit meine ich nicht allein regionale Events wie unser Hoffest oder das Einbecker Eulenfest, sondern auch internationale Großveranstaltungen wie zum Beispiel die Fußball-Europameisterschaft. Auch unser Export wurde gestoppt, als viele Grenzen geschlossen wurden – eine Situation, wie wir sie nie für möglich gehalten hätten.

Wie waren Kunden des Einbecker Brauhauses betroffen?

Die Gastronomie musste während inzwischen zwei Lockdown-Phasen komplett schließen, kein gezapftes Bier ging mehr über die Theken. Unser margenstarker Fassbier-Absatz sank zeitweise auf Null. Wenn man weiß, dass eine Brauerei auf den zwei Beinen Fassbier und Flaschenbier läuft, kann sich jeder unsere Beeinträchtigung vorstellen: Es läuft sich nicht mehr so gut. Mit den Gastronomen sind wir seit Beginn im Gespräch, haben Tilgungen ausgesetzt und Fassbier zurückgenommen. Wir alle wünschen uns, bald wieder in der Gastronomie sitzen, ein Bier trinken und gut essen zu können. Ich glaube, erst dann wird vielen Menschen bewusst, welchen kulturellen und sozialen Stellenwert Gaststätten, Restaurants und Kneipen in unserer Gesellschaft haben.

Konnten Sie in der beginnenden Corona-Pandemie helfen?

Als Teil der Lebensmittelindustrie haben wir ja ohnehin Desinfektionsmittel vor Ort. In den ersten Wochen konnten wir so die Feuerwehr und Polizei in Einbeck unterstützen. Das gebrauchsfertige und selbsttrocknende Mittel auf Ethanolbasis dient bei uns zur wirksamen Desinfektion von technischen Oberflächen. Es konnte zum fortlaufenden Desinfizieren der Feuerwehrgerätschaften und des Empfangstresens der Polizeistation sowie der Bedienelemente der Funkstreifenwagen zum Einsatz kommen. Leider konnten wir in der Anfangsphase nicht, wie das andere Hersteller getan haben, Alkohol für Desinfektionsmittel bereitstellen, weil der Abfallalkohol unserer Entalkoholisierung dafür nicht geeignet ist.

Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen?

Für unsere Mitarbeiter lautet extreme Distanz das Gebot dieser Zeit. So gibt es beispielsweise keine Schichtübergaben mehr. Das soziale Leben in der täglichen Zusammenarbeit ist durch das Abstandgebot zum Erliegen gekommen – bis hin zur Absage der Weihnachtsfeier. Wir haben im Frühjahr sofort und sehr kurzfristig Homeoffice-Möglichkeiten geschaffen und dabei nicht nur Hardware und Software zur Verfügung gestellt, sondern auch höchste IT-Sicherheitsbedingungen berücksichtigt. Außer der Absage von Veranstaltungen haben wir außerdem unseren Fan-Shop schließen müssen und natürlich unseren Außendienst gestoppt. Auch Brauerei-Besichtigungen dürfen bis zum heutigen Tage nicht mehr stattfinden. Für unsere Kunden haben wir sofort die Aktionen „Flasche hilft Fass“ und „Einbecker gibt einen aus“ aufgelegt. Die Fass-Abfüllung ist zwar auf Null gefallen, dafür mussten wir aber in der Flaschenabfüllung im Sommer Zusatzschichten fahren, um die gestiegene Nachfrage befriedigen zu können.

Welche Unterstützung hat das Einbecker Brauhaus erhalten und in Anspruch genommen?

Erstmals in der Geschichte der Einbecker Brauhaus AG mussten wir Kurzarbeit einführen, insgesamt 14 Mitarbeiter waren 52 Wochen in Kurzarbeit und haben entsprechendes Kurzarbeitergeld erhalten. Die Kurzarbeit für das gesamte Unternehmen ist heute beendet. Ich möchte allen für ihre Flexibilität und Solidarität in dieser Phase danken. Stundungsmöglichkeiten beispielsweise bei der Biersteuer haben wir nicht in Anspruch genommen. Für andere Hilfemaßnahmen waren die Voraussetzungen nicht erfüllt. Unser Betriebsrat hat uns in der gesamten Zeit sehr gut unterstützt. Bislang haben wir keine Mitarbeiter entlassen müssen. Und das bleibt auch in Zukunft unser Ziel.

Welche Erfolge hat die Einbecker Brauhaus AG erreicht?

Wir haben mit einer nur kurzen Vorbereitungszeit und mit überschaubarem Aufwand die erste virtuelle Hauptversammlung der deutschen Getränkeindustrie auf die Beine gestellt. Und schließlich sind durch unsere Maßnahmen und mit persönlicher Disziplin und Vorsicht aller unsere Mitarbeiter alle gesund geblieben.

Was würden Sie sagen: Wie hat das Einbecker Brauhaus bislang die Krise gemeistert?

Im Rahmen der Möglichkeiten gut. Eine Prognose kann man aber eigentlich gar nicht treffen. Wir können nur hoffen, dass sich die Situation in der Gastronomie spätestens im Sommer wieder verbessert. Ein Lichtblick ist unser neues Produkt „Hopfenfrucht“. Regionalität ist unsere Antwort. Unsere Kooperation mit der Firma beckers bester verläuft erfolgreich. Wir haben das erste Biermischgetränk Deutschlands auf den Markt gebracht, das ohne Zucker, Süßungsmittel und künstliche Aromen auskommt. Alkoholfreies Premium-Bier trifft auf naturbelassenen Direktsaft. Unsere „Hopfenfrucht“ liegt voll im Trend, hat Null Alkohol und ist vegan.

Haben die beiden Lockdowns unterschiedlich weh getan?

Die Stimmung war im ersten Lockdown besser. Damals hat man noch eher ein Bier über den Gartenzaun getrunken, es wurde Sommer. Der Verkauf von Flaschenbier stieg an. Im zweiten Lockdown ist die Stimmung deutlich schlechter, es war Winter und es gab keine Verzehranlässe für Bier mehr. Wirtschaftlich war der erste Lockdown extrem, weil eigentlich gerade bei bestem Wetter die Außensaison hätte starten können, unsere Maibock-Saison. Und gerade da waren alle Gaststätten geschlossen. Das war schon traurig. Der zweite Lockdown tut noch mehr weh, weil er so lange andauert.

Konnten Sie sich auf den zweiten Lockdown dann besser vorbereiten?

Nein, das kann man nicht. Aber natürlich haben wir aus den Erfahrungen des ersten Lockdowns gelernt, was Disposition und Lagerhaltung betrifft.

In jeder Krise ist eine Chance verborgen, sagt man. Welche neuen Erfahrungen und Möglichkeiten können Sie bislang entdecken?

Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist noch einmal stark gewachsen. Das hat sich beim Einsatz und der Flexibilität der Mitarbeiter gut gezeigt. Es gibt eine Bereitschaft zum Wandel. Im Einbecker Brauhaus ist agiles Arbeiten kein Problem. Die Corona-Krise hat auch einen Digitalisierungsturbo gebracht, heutzutage sind Videokonferenzen zum Alltag geworden und für manche Themen eine gute Möglichkeit, sich schnell und effizient auszutauschen. Selbstverständlich sind persönliche Treffen unschlagbar und für einige Themen auch unabdingbar. Aber oftmals geht es ja auch nur um die persönliche Bereitschaft und innere Einstellung, modernere Gesprächsformate überhaupt zuzulassen. Wenn dieser innere Wandel erreicht ist, haben wir zumindest eine weitere Möglichkeit zur Auswahl.

(Das Interview hat am 15. März 2021 stattgefunden)

Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch. Foto: Einbecker Brauhaus AG
Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Leere-Töpfe-Aktion: Gastronomie wünscht sich Perspektive

In ganz Niedersachsen haben Vertreter der Dehoga als Unternehmerverband des Gastgewerbes symbolisch leere Töpfe an Landtags- und Bundestagsabgeordnete überreicht. In Höckelheim nahm der Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne (CDU) die Rezeptwünsche nach einer Perspektive für die Gastronomie von Marco Fries entgegen, Chef im Don’s Diner und aktuell im Grilljahr der Einbecker Brauhaus AG das Gesicht der Marketing-Kampagne.

Die Töpfe vieler Gastronomen und Hotelbetreiber sind leer. Ebenso wie die Kassen und Rücklagen, nach acht Monaten Lockdown in der Corona-Pandemie ohne Einkünfte. Der Dehoga wünscht sich von der Politik dringend neue Rezepturen für den Weg aus der Krise. Keine Branche und kein Unternehmen könne über Monate von Rücklagen und Überbrückungshilfen existieren. Außerhausverkauf sei zu wenig. Fast jeder vierte Betrieb stehe vor der Geschäftsaufgabe. Ohne baldige Perspektive werde man das auch in einigen Monaten in Einbeck spüren, machte Dehoga-Kreisvorsitzender Alexander Pohl deutlich. Gerade im beginnenden Frühling sei die Außengastronomie mit Abstand und Hygienekonzepten möglich – und für Gastronomen existenziell. Hinzu komme, dass Gastronomie beispielsweise auf dem Marktplatz zum Leben in der Innenstadt unbedingt dazu gehöre. Und auch Einzelhandel sei nicht denkbar ohne Cafés und Gaststätten, ebenso wenig wie umgekehrt.

Die leeren Kochtöpfe sollen in eindringlicher Weise die katastrophalen Zustände im Hotel- und Gaststättengewerbe symbolisieren. Politiker sollen in diese leeren Töpfe ihre Rezepte legen, wie das Gastgewerbe eine Perspektive, eine Öffnungsstrategie und weitere Hilfen erhalten kann.

Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt hat von der Dehoga einen leeren Topf überreicht bekommen – in Northeim. Der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha erhielt den Topf in Einbeck. Alle sagten den Gastronomen zu, ihre Bedenken ernst zu nehmen und nach Perspektiven zu suchen.

Gastronom Marco Fries (l.) überreicht MdB Dr. Roy Kühne symbolisch einen leeren Topf. Foto: Büro Kühne / Mennecke
(c) Einbecker Brauhaus AG
Dehoga-Vorsitzender Alexander Pohl (l.) überreicht symbolisch einen leeren Topf auf dem leeren Marktplatz an MdL Christian Grascha. Foto: Frank Bertram

Wo Einbecker auf Platz 1 steht

Die Kanäle der sozialen Netzwerke wie Facebook und Instagram werden für das Marketing von Unternehmen immer wichtiger – können die Kunden doch hier gerade auch in Zeiten des Abstandhaltens direkt angesprochen und erreicht werden. Die Einbecker Brauhaus AG hatte schon vor Beginn der Pandemie ihre Social Media Kanäle intensiviert und freut sich jetzt über Erfolg: Im Online-Check deutscher Biermarken von web-netz.de haben die Einbecker gut abgeschnitten, im Facebook-Ranking Engagement belegt das Brauhaus Platz 1, die zur Gruppe gehörende Marke Härke den sechsten Platz. Beim Instagram Engagement-Ranking müssen die Einbecker zwar unter anderem die Marke mit dem Plopp vorbei ziehen lassen, belegen aber einen guten fünften Rang.

Glückwünsche zu diesem Abschneiden kamen direkt vom Deutschen Brauerbund, der den Einbeckern gratulierte. Die Einbecker Brauer freuen sich über das positive Feedback auf ihr verstärktes Engagement in diesem Marketingbereich. Marketingleiter Ingo Schrader betont die organische Fanstruktur im Social Media der Brauerei. „Alle Follower sind echt, die Community reagiert.“

Berücksichtigt bei dem Ranking wurde die durchschnittliche Anzahl der Interaktionen (Like, Kommentare, Shares etc.) pro Tag auf Posts/Beiträge eines Tages im Verhältnis zur Anzahl der Fans/Follower desselben Tages in diesem Jahr bis Mitte April. Im Fokus der web-netz.de-Analyse stehen die beiden Kanäle Instagram und Facebook. Zu beiden Netzwerken wurden jeweils drei Rankings ermittelt für die Kennzahlen Follower, Engagement und „Fleißnoten“ (Anzahl der Postings 1. bis 14. April 2021).

Ein „Tag des Bieres“ in besonderen Zeiten

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Einbecker Brauhaus AG? Das wollte der NDR zum „Tag des Bieres“ (23. April) bei einer Live-Schalte in der Brauerei genauer erfahren. Reporter Peter Jagla hatte sich mit seinem Team in der Fassabfüllung angesagt, die seit November stillsteht. Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch konnte in dem rund zweiminütigen Interview erläutern, dass die Brauerei zwar in der Krise ihre Flaschenabfüllung habe steigern können, dass damit aber der wegbrechende Fassbierabsatz nicht ausgeglichen werden könne. Deutsch zeigte das plastisch mit einem Größenvergleich zwischen Bierflasche und Metall-Bierfass.

Es sei ein wesentlich höherer Aufwand, die gleiche Menge Bier in vielen Flaschen statt in großen Fässern an die Kunden zu bringen. „Bei der Flasche ist viel Abfüllaufwand mit hohen Kosten, beim Fass weniger Aufwand mit hoher Marge.“ NDR-Mann Peter Jagla brachte es auf den Punkt: „Der Brauer braucht das Fass.“

Brauhaus-Chef Martin Deutsch konnte im TV darüber berichten, dass die Flaschenabfüllung am Dienstag erstmals wieder kurz gelaufen sei. Denn der Export ziehe langsam wieder an, der Importeur aus Italien habe den ersten Lkw mit Einbecker Bier geordert, weil dort bereits Gastronomie wieder öffnen dürfe. Während der zweiminütigen Live-Schalte wäre ein 250-Liter-Fass abgefüllt gewesen, berichtete Jagla zum Schluss. „Hier in Einbeck hoffen alle, dass das Geschäft so schnell wie möglich wieder Fahrt aufnimmt und dass dann wieder viel Bier getrunken wird, in Kneipen und Bierzelten und auf großen Veranstaltungen.“

Die NDR-Sendung ist abrufbar in der Mediathek hier (Einbeck ab 8:13 Minuten), allerdings nur bis 29. April 2021.

Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch im Live-Interview mit NDR-Reporter Peter Jagla. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Brauhaus erweitert Logistikzentrum

Die Einbecker Brauhaus AG erweitert ihr Logistikzentrum an der Hansestraße. Das bisherige Grundstück war zu klein geworden. Unter anderem das größer gewordene Sortiment mit insgesamt 18 verschiedenen Vollgut-Sorten Einbecker und fünf verschiedenen Leergut-Flaschensorten stellten die Brauerei-Logistiker immer mehr vor Probleme. Das Unternehmen konnte nun ein 5555 Quadratmeter großes, direkt angrenzendes Areal erwerben, das dem Brauhaus auch schon mal gehört hatte, das aber vor Jahren an die Stadt Einbeck und von dieser an das Nachbarunternehmen Kayser Automotive als potenzielle Erweiterungsfläche veräußert worden war.

Symbolischer Spatenstich von Vorstand Martin Deutsch und Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (Mitte) für die Erweiterung des Logistikzentrum an der Hansestraße (im Hindergrund). Foto: Frank Bertram

Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch ist dankbar, dass dieser Rückkauf nun möglich war. Er dankte beim symbolischen Spatenstich dem Bauamt der Stadt Einbeck für die schnelle Reaktion und Kooperation, außerdem dem Planungsbüro Ludwig & Partner sowie dem Bauunternehmen Koch für die engagierte Einhaltung des engen Zeitplans, um vor dem für die Brauerei wichtigen Sommergeschäft fertig zu sein. Bevor nun die Bagger rollen konnten, haben auf der Fläche archäologische Grabungen stattgefunden.

Als erster Bauabschnitt wird auf einer zunächst 2000 Quadratmeter großen Außenfläche am Ende des Wendehammers zwischen Hansestraße und B3 ein Zwischenlager-Platz für 6000 Paletten oder 250.000 Bierkästen geschaffen. Die Brauhaus-Logistik-Tochter HSL sortiert und expediert mittlerweile 50 Prozent ihres Umsatzes mit anderen Brauereien. Außerdem wird nun die Lkw-Zufahrt verlegt, damit ein kreuzungsfreier Stapler-Verkehr ungestört vom Lkw-Verkehr ablaufen kann.

Nach dem zweiten, noch nicht terminierten Bauabschnitt wird die Brauerei rund eine Million Euro investiert haben. Um die waagerechte Logistik-Fläche am Butterberg zu erzielen, sind zurzeit 400 Lkw mit 5000 Kubikmetern Erde unterwegs. Anfang Juni soll die Außenfläche fertiggestellt sein, dann werden am Ende rund 1000 Lkw-Ladungen die Hansestraße angesteuert haben, um Erde abzufahren, Schotter und Beton anzuliefern.

Das rot umrandete Grundstück ist die Erweiterungsfläche des Logistikzentrums der Brauerei. Foto: Einbeck Brauhaus AG

Braugerste kommt vom Acker nebenan

Eine der Zutaten für das Einbecker Bier soll in Zukunft auch aus der Region stammen: Ein Teil der Braugerste, aus der das Malz für den sprichwörtlichen Gerstensaft gewonnen wird, soll in diesem Jahr auf sechs verschiedenen Ackern zwischen Sievershausen im Westen und Gieboldehausen im Osten in Südniedersachsen wachsen. Damit können vermutlich rund 35.000 Hektoliter Einbecker Bier gebraut werden. Noch ein paar warme Tage, und die sieben Landwirte des frisch gegründeten Arbeitskreises „Regionale Braugerste“ säen die Sommergerste auf insgesamt rund 140 Hektar Fläche aus.

„Hier wächst unser Bier“: Mit einem Schild markieren die beteiligten Landwirte aus Südniedersachsen und Vertreter des Einbecker Brauhauses auf einem Acker bei Groß Lengden südöstlich von Göttingen den Start eines regionalen Projektes. Foto: Frank Bertram

Die Einbecker Brauhaus AG wird die regionale Braugerste in verschiedenen Einbecker Biersorten einsetzen, eine eigene Linie mit dem regional gewonnenen Malz soll es zunächst nicht geben, sagt Unternehmenssprecher Ulrich Meiser. Und natürlich kann sie nicht ihren gesamten Malzbedarf aus Braugerste decken, die in der Region wächst. Dafür sind die Böden hier zu gut: Landwirte setzen eher auf Zuckerrüben, Mais oder Weizen, weil diese Früchte mehr wirtschaftlichen Gewinn bringen. Braugerste ist eher für karge Böden. „Wir sind aber offen für Neues“, sagt Landwirt Christoph von Breitenbuch. Braugerste helfe bei einer guten Fruchtfolge, außerdem passen die Zeitpunkte von Aussaat Ende März und Ernte Anfang August gut in die Arbeitsverteilung im Laufe des Jahres in den landwirtschaftlichen Betrieben.

Mit dabei sind die Landwirte Heinrich Klingelhöfer aus Groß Lengden bei Göttingen, Christoph von Breitenbuch aus Dassel-Sievershausen, Henning und Bastian Meyer aus Katlenburg, Torsten Fröchtenicht aus Northeim-Hillerse, Markus Gerhardy aus Gieboldehausen sowie Armin Eggert und Siegbert Stieg aus Göttingen-Rittmarshausen.

Brauhaus-Marketingleiter Ingo Schrader freut sich, in kürzester Zeit ein Team von Landwirten zusammen bekommen zu haben. Die regional verwurzelte Brauerei möchte zeigen, wo die Rohstoffe wachsen, die für Bier notwendig sind. Regionale Lebensmittel genießen hohes Vertrauen.

Erwartet werden rund 600 Tonnen Sommer-Braugerste, etwa fünf Tonnen pro Hektar. Zum Vergleich: Die Einbecker Brauhaus AG verbraucht im Jahr rund 10.000 Tonnen Malz. Die regionalen 600 Tonnen Braugerste ergeben zwischen 450 und 500 Tonnen Malz. Dafür ist eine Mälzerei notwendig, die so kleine Mengen aus verschiedenen so genannten Nämlichkeiten (also von unterschiedlichen Flächen) überhaupt annimmt. Die Einbecker Brauhaus AG ist bei einer Mälzerei im fränkischen Schweinfurt fündig geworden, die zur IREKS-Gruppe aus Kulmbach gehört. IREKS ist Großaktionär bei den Einbeckern.

Die zu Malz verarbeitete Sommerbraugerste hat entscheidenden Anteil an Geschmack und Farbe des Bieres. Eine fürs Bier brauen ideale Braugerste muss einen Eiweißgehalt haben, der nicht zu hoch, aber auch nicht zu niedrig ist, erläutert Braumeister Christoph Benseler, der technische Leiter der Brauhaus AG. Mehr als 10 Prozent gelten schon als weniger günstig für den Produktionsprozess. Der Eiweißgehalt ist beim Bier brauen wichtig für die Verbindung mit der Hefe und für den Schaum des Bieres. Deshalb müssen die Landwirte gerade auf ihren guten Böden aufpassen, dass die Braugerste sozusagen nicht mächtig wird und dürfen nur sorgsam düngen.

Es gibt ein „Berliner Programm“ von Braugerste-Sorten, die speziell zum Bier brauen gut geeignet sind. Aus diesem „Berliner Programm“ stammt das Saatgut. Eine Empfehlung durch das Berliner Programm erhalten nur die Braugerstensorten, die sich durch besondere Verarbeitungseigenschaften auszeichnen. Seit 2005 werden im „Berliner Programm“, in enger Zusammenarbeit mit dem Bundessortenamt, neu zugelassene Braugerstensorten auf ihre Verarbeitungseignung in Mälzerei und Brauerei untersucht. Für Sorten, die das Programm erfolgreich durchlaufen haben, vergibt die Braugersten-Gemeinschaft die Empfehlung.

Marketingleiter Ingo Schrader (l.) und Landwirt Christoph von Breitenbuch stellen das Schild auf. Foto: Frank Bertram
Landwirt Heinrich Klingelhöfer an seinem Acker, auf dem bald Braugerste wachsen wird, hier fotografiert von Marketingleiter Ingo Schrader. Foto: Frank Bertram
Hier wächst die Braugerste: die sechs Standorte der Landwirte. Abbildung: Einbecker Brauhaus AG

Einbecker ruft das Grilljahr 2021 aus

Was gehört zum Grillen? Natürlich ein Bier. Ein Einbecker Bier. Einbecker gehört zum Grillen wie der Pfeffer zum Steak, formuliert es das Einbecker Brauhaus, das 2021 zum Grilljahr ausruft. Das passt zum anhaltenden Trend, das Leben so gut es geht nach draußen zu verlagern und im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon alles passend für Grillsessions jeglicher Couleur einzurichten. Ab dem ersten Frühlingserwachen bis in den Goldenen Herbst will die Brauhaus AG das Grillbedürfnis befeuern.

Hinter den Kulissen der Videoproduktion für die Aktion „Bock auf Grillen“. (c) Einbecker Brauhaus AG

„Bock auf Grillen“ ist der Titel einer großen Marketing-Aktion, bei der die Kunden in den Getränkemärkten bei verschiedenen Prämienaktionen gewinnen können. Aber ebenso können unabhängig davon alle viel über das Grillen und das Grillen mit Bier lernen. Dafür präsentiert die Brauerei unter anderem Rezepte, die in kurzen Videos erläutert und gezeigt werden. Bereits online sind ein Mai-Urbock-Gulasch und eine Bier-Senf-Marinade. Weitere sollen im Jahresverlauf folgen. Denn jede Biersorte aus Einbeck gehört zum individuellen Grillerlebnis, das für viele längst ein Ganzjahreshobby geworden ist. Unterstützt wird das Brauhaus dabei von der Lagerfeuer-Kochschule Carsten Bothe und von den „Erzfreunden“ Göttingen.

Aktion im Getränkemarkt. (c) Einbecker Brauhaus AG
Motiv der Marketing-Aktion „Bock auf Grillen“. (c) Einbecker Brauhaus AG

Der Einbecker Sommer wird Orange

Der Einbecker Sommer wird Orange, nach der Zitrone im Radler bringt das Einbecker Brauhaus nun mit Einbecker Blutorange ein weiteres fruchtiges Biermischgetränk auf den Markt. Ihr neuestes Produkt hat das Unternehmen digital-regional präsentiert: mit einem Video, in dem die Blutorangen nur so fröhlich fliegen, jongliert von den im Einbecker Ortsteil Kohnsen lebenden Messoudi Brothers.

Herb-frisch orangig, naturbelassen und kräftig Rot-Orange in der Farbe – so beschreibt die Einbecker Brauhaus AG ihr neues Mischgetränk, das eine Kombination aus Blutorangenlimonade und naturtrübem Einbecker Kellerbier ist und 2,5 Volumenprozent Alkohol enthält. Fruchtig, frisch, herb – und natürlich in der Original Einbecker Flasche, orange kronverkorkt.

Die Messoudi Brothers Karim, Yassin und Soffien begeistern in dem Video mit Akrobatik und guter Laune. Ihr Auftritt fand nicht im Finale der Supertalent-Show oder im heimischen Einbecker Zirkus Charles Knie statt, sondern im Sudhaus des Einbecker Brauhauses. Das bildete mit seinen orangefarbenen Wänden aus den späten 1960-ern die ideale orange Kulisse für die drei Artisten. Gedreht hat das Video dort und in der Abfüllung der Einbecker Fotograf Florian Spieker, der hier über die Dreharbeiten ausführlich berichtet.

Fotograf Florian Spieker (l.) drehte im Sudhaus mit den Messoudi Brothers das Blutorange-Video. Foto: Einbecker Brauhaus AG
Einbecker Blutorange besteht aus naturtrübem Einbecker Kellerbier und Blutorangen-Limonade. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Der beste Trank, den einer kennt…

Für einen solchen Testimonial müsste ein Unternehmen heute viel Geld bezahlen: Vor 500 Jahren, beim Reichstag zu Worms 1521, hat Martin Luther sich vor dem Kaiser für seine Lehren rechtfertigen müssen – und erhielt der Legende nach zuvor von Herzog Erich, seinem Landesherrn, einen Krug Einbecker Bier zur Stärkung gereicht. Luther liebte das Einbecker Bier und wird seitdem mit dem bekannten Spruch zitiert, für den es zwar keinen wissenschaftlichen Beleg gibt, der aber für das Image des Gerstensaftes bis heute unschlagbar ist: Der beste Trank, den einer kennt, der wird Einbecker Bier genennt. Sprach’s, ging zum Kaiser – blieb standhaft und widerrief nicht.

Zum 500-jährigen Jubiläum des Reichstages in Worms 1521 sind bereits mehrere neue Bücher erschienen, weitere folgen. Die große Landesausstellung zum Reichstagsjubiläum in Worms ist wegen der Corona-Pandemie auf den Zeitraum vom 3. Juli bis 31. Oktober 2021 verschoben worden. Ob das geplante Programm so stattfinden kann, wie geplant, werden erst die nächsten Wochen und die Entwicklung der Pandemie zeigen.

Luther, der Fürsprecher des Einbecker Bieres, stand bereits vor vier Jahren beim 500-jährigen Reformationsjubiläum auch wegen des Bieres im Blickpunkt.

Luthers Spruch auf dem Besucherrundgang im Einbecker Brauhaus. (c) fb Frank Bertram

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