Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für die Kategorie “Allgemein”

Einbecker Hopfenfrucht kam bei Foodpioniere-Party gut an

Die Hopfenfrucht-Produkte der Einbecker Brauhaus AG kamen bei der jüngsten Foodpioniere-Party in Bremen gut an. 40 Food-Start-ups, kleine Manufakturen und innovative Hersteller präsentierten dort ihre Kreationen, darunter der Saftler „Hopfenfrucht“, die Mischung aus alkoholfreiem Einbecker Bier und Beckers Bester Direktfruchtsaft. Die Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft hat viel positives Feedback für beide Hopfenfrucht-Sorten bekommen. Es waren auch einige Besucher dabei, die das Produkt noch gar nicht kannten – ein Teil davon kannte Einbecker als Marke nicht, andere schon und waren ganz erstaunt, dass sie noch nichts von dem neuen Produkt gehört haben. Mehrere schwangere Besucherinnen sagten den Marketing-Fachleuchten, die Hopfenfrucht sei das perfekte Produkt, um sie „durch den Sommer zu bringen“.

Einbecker-Stand bei der Foodpioniere-Party 2022 mit Hopfenfrucht. Foto: Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft

Einbecker Hoffest bei bestem Bierwetter angezapft

Bei bestem Bierwetter begann das Einbecker Hoffest 2022 am Mittag auf dem Brauereihof. Nach dem traditionellen Biertreck durch die Stadt zapfte die stellvertretende Bürgermeisterin Antje Sölter das erste Fass Bier an. Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch hatte zuvor alle Gäste nach zwei Jahren Pandemie-Pause begrüßt.

Prost, Einbecker! Als erstes Fass zapfte die stellvertretende Bürgermeisterin Antje Sölter mit Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch und Bierkutscher Albert Eggers ein Brauherren Pils an. Foto: Frank Bertram

Ein wenig nachgeschlagen musste zwar werden, nachdem souveräne drei Schläge den ersten Gerstensaft noch nicht richtig aus dem Holzfass sprudeln ließen. Doch dann konnten die Becher gefüllt werden für die erste Runde Brauherren Pils.

Video vom Bieranstrich 2022 auf dem Hoffest der Einbecker Brauhaus AG. Video: Frank Bertram

Mit dabei beim Biertreck durch die Stadt waren nicht nur die Einbecker Landknechte in ihren historischen Kostümen, sondern auch Landwirte, mit denen die Einbecker Brauerei in diesem Jahr zum zweiten Mal regionale Braugerste in Südniedersachsen anbaut. Ein historischer Trecker, Baujahr 1960, mit Gerstengarben bildete den Schlusspunkt des kurzen Umzugs.

Regionale Braugerste – auf dieses Projekt machten Landwirte der Region mit der Brauerei und einem Oldtimer-Traktor, Baujahr 1960, aufmerksam. Foto: Frank Bertram
Die Einbecker Landsknechte waren beim kleinen Biertreck zum Brauereihof auch wieder dabei. Foto: Frank Bertram

Nach zwei Jahren Pause: Hoffest diesmal im Sommer

Erstmals im Sommer findet das Hoffest der Einbecker Brauhaus AG statt. Hintergrund ist eine größere Planungssicherheit in der Pandemie, daher waren die Veranstalter vom Traditionstermin im April ausgewichen. Nun kann das Hoffest nach zwei Jahren Pause am 2. Juli erstmals wieder stattfinden. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagt Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser. Und weil im Sommer und nicht wie sonst am Tag des deutschen Bieres (23. April) gefeiert wird, fließt beim Bieranstich zum Auftakt der Feier auf dem Brauereihof auch kein Mai-Urbock, sondern Einbecker Brauherren.

Mit dem Fassbieranstich startet das Hoffest. Archivfoto

Der Ablauf des Hoffestes 2022 folgt der Tradition: Ab 12.30 Uhr zieht am Sonnabend, 2. Juli, der kleine Biertreck durch Einbeck. Das Ziel ist der Brauereihof, wo ab 13 Uhr nach dem feierlichen Fassbieranstich der Gerstensaft fließen kann. Sudhausbesichtigungen finden von 13 bis 17 Uhr statt. Musikalisch übernehmen nach dem Spielmannszug Amelsen „Die Eichenberger“, die schon viele Jahre beim Einbecker Hoffest für gute Stimmung sorgen. Ab 17.30 Uhr spielen „Me and the Jokers“. Um 20.30 entern schließlich die Coverpiraten aus Hamburg die Bühne. Die sechsköpfige Band nimmt die Besucher mit auf einen Raubzug durch drei Jahrzehnte Musikgeschichte, heißt es in der Ankündigung.

Anstelle von Wertmarken setzt das Einbecker Brauhaus beim Hoffest am 2. Juli erstmals auf Wertkarten. Diese Bezahlkarte kann im Fan-Shop mit dem Wunschbetrag aufgeladen werden, kündigte die Brauerei an.

Stimmung verbreiten auch in diesem Jahr wieder „Die Eichenberger“. Archivfoto

Die komplette Programmübersicht hier.

Aktionäre konnten sich wieder treffen

Das Aktionärstreffen der Einbecker Brauerei war in diesem Jahr auch wieder eines. Aktionäre konnten sich untereinander und den Vorstand und Aufsichtsrat tatsächlich real und nicht allein virtuell via Computer treffen, die Hauptversammlung fand nach zwei Digitaljahren erstmals wieder leibhaftig in der PS-Halle statt. Und das in ebenso erfolgreichen wie extrem herausfordernden Zeiten für das Unternehmen, erfuhren die Anteilseigner der Einbecker Brauhaus AG von ihrem Vorstand. „Wir haben 2021 den höchsten Jahresüberschuss seit 17 Jahren, sind überdurchschnittlich gut durch die Corona-Krise gekommen“, sagte Martin Deutsch und blickte dann auf die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges. „Vor uns liegt ein heftiger Sturm, dem wir 2022 trotzen müssen.“ Die Einbecker Brauerei habe aber das Steuer fest in der Hand und sei für die Herausforderungen gut aufgestellt, sagte er.

Erstmals nach zwei Jahren wieder in Präsenz: die Hauptversammlung der Einbecker Brauhaus AG in der PS-Halle. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Bilanz und Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021, um die es bei der Hauptversammlung ging, wurden zwei Tage vor Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine erstellt. Damals sollte es mit Blick auf die positive Unternehmensentwicklung noch eine Sonderdividende geben – als Dank an die Aktionäre, dass diese in den vergangenen Pandemie-Krisenjahren mit dem Verzicht auf Dividende den Fortbestand des Unternehmens gestützt und gefördert hatten. Doch die veränderte Situation machte schnell klar, dass der Corona-Pandemie nun die nächste Krise folgen wird, und die Veränderungen würden laut Deutsch „nicht weniger, sondern schwerwiegender“. Die Hauptversammlung beschloss daher wegen der Unsicherheiten in der geopolitischen und wirtschaftlichen Lage, die durch den Ukrainekrieg ausgelöst wurden, eine Dividende in Höhe von lediglich 0,10 Euro je Stückaktie, um die Rücklage für die Zukunftsherausforderungen stärken zu können.

„Nicht nur der Ukraine-Krieg treibt die Preise, bereits seit einigen Jahren ist ein Preisanstieg bei Roh-, Hils- und Betriebsstoffen zu beobachten“, sagte Vorstand Martin Deutsch. „Konkret werden Malz, Verpackungsmaterial, Reinigungsmittel, Kohlensäure und Energie immer teurer, Preissteigerungen von 50 bis 100 Prozent sind hier keine Ausnahmen, hinzu kommen zusätzlich Probleme bei der Beschaffung dieser Materialien: Die Logistik kämpft mit beschränktem Frachtraum bedingt durch fehlendes Personal und steigende Treibstoffkosten.“

Die Einbecker Brauer begegnen dem seit Jahren mit Nachhaltigkeit, mit einem Bündel an Investitionen und Maßnahmen. Vorstand Martin Deutsch berichtete den Aktionären unter anderem von Mehrwegkästen aus schwermetallfreiem Recyclat, alle Mehrwegflaschen (99,8 Prozent des Absatzes sind Mehrwegflaschen) werden 30 bis 50 Mal wiederbefüllt, Naturpapier für Etiketten oder der eigenen Biokläranlage mit Blockheizkraftwerk. Eine Preiserhöhung im April sei dennoch notwendig geworden.

Nach den Aufsichtsrat-Neuwahlen im vergangenen Jahr war ein Aufsichtsratsposten unbesetzt geblieben. Im vergangenen September wurde Gerhard Mertes durch das Amtsgericht bestellt, mit einer Amtszeit wie bei den gewählten Mitgliedern bis zur Hauptversammlung 2026. Mertes kommt aus Born in Belgien, der Diplom-Ingenieur ist seit Jahren als Industrie- und Anlagenberater tätig.

Vorstand und Aufsichtsrat der Einbecker Brauhaus AG (v.l. hinten) Kai-F. Binder, Knut Schiemann, Irina Bohne, Jürgen Brinkmann, Gerhard Mertes sowie vorne v.l. Vorstand Martin Deutsch und Aufsichtsratsvorsitzender Robert A. Depner. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Interview mit Brauhaus-Technikleiter Christoph Benseler und Marketingleiter Ingo Schrader

Welches waren aus ihrer Sicht die Themen, die das vergangene Geschäftsjahr 2021 geprägt haben?

Christoph Benseler: Das waren vor allem Investitionen in erheblichem Umfang, vor allem auch in Technik und damit in die Zukunft des Unternehmens. Dabei haben wir es als mittelständische Brauerei aus eigener Kraft geschafft, die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energieeffizienz in den Mittelpunkt zu stellen. Und bei alledem sind wir bei der Regionalität auch noch einen großen Schritt voran gekommen.

War das Projekt Regionale Braugerste im ersten Jahr erfolgreich?

Christoph Benseler: Nicht nur das, es hat auch in der Branche für ein großes Interesse gesorgt, dass eine mittelständige Brauerei wie die Einbecker circa 15 Prozent der notwendigen Braugerste für die Marke Einbecker jetzt regional anbaut. Das wird gerade in Zeiten von drastisch steigenden Preisen und der Sorge vor Versorgungsengpässen bei Rohstoffen wie Malz immer wichtiger. Die sieben Landwirte, die im ersten Jahr auf rund 140 Hektar Fläche fast 800 Tonnen Braugerste geerntet haben, haben mittlerweile eine große Verbundenheit untereinander und zu uns entwickelt. Da ist eine Partnerschaft entstanden, die auf Vertrauen fußt und die fachlich untereinander ihre Erfahrungen austauscht. Gemeinsam waren wir mit den Landwirten in der Mälzerei in Kulmbach, hatten zuvor schon die Ernte gemeinsam gefeiert. Wir werden im nächsten Jahr noch einmal die Fläche für Regionale Braugerste vergrößern, weil ein weiterer Landwirt mitmacht. Und die Mehrheit der Landwirte wird Saatgut des Einbecker Unternehmens KWS verwenden – regionaler geht’s bald nicht mehr.

Beim Einbecker Brauhaus AG wird künftig aus genutztem Brauwasser neue Energie entstehen?

Christoph Benseler: Ja, wir gewinnen mit unserer neuen innovativen, vom Land Niedersachsen geförderten Biogasanlage aus vorhandenen Biosubstraten durch mikrobiellen Abbau den erneuerbaren Energieträger Biogas. Pro Jahr werden wir dann etwa 1000 Tonnen CO2 einsparen, ein großer Beitrag zum Klimaschutz. Und wir werden energetisch unabhängiger. Die Umwandlung in elektrische und thermische Energie im brauereieigenen Blockheizkraftwerk erfolgt CO2-neutral. Wir verwirklichen das Projekt außerdem in regionaler Kooperation mit der für technische Innovation bekannten Start-up-Firma FlexBio Technologie GmbH, die in Einbeck ansässig ist. Über diese Zusammenarbeit mit Partnern aus unserer Region freuen wir uns besonders. Die vier Container der Anlage werden unterhalb des Parkdecks stehen, und damit oberhalb der Abwassermisch- und Ausgleichsbecken. Dort laufen außerdem bereits jetzt die gesamten Abwasser-Entsorgungsleitungen entlang, so dass der Aufwand für zusätzliche Rohrleitungen gering war.

Energie sparen Sie künftig auch durch die Erneuerung der Lüftung und die Dachsanierung in der Abfüllanlage?

Christoph Benseler: Der Austausch der alten Lüftung war ein großer Eingriff in die Gebäudestruktur, aber wir haben dadurch nicht nur durch neue Lüftungsmöglichkeiten das Raumklima für unsere Mitarbeiter in der Abfüllung verbessert. Durch parallele Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie viele auf den Raum verteilte Zuluftquellen kann eine Steuerung die Zuluftqualität und -quantität den aktuellen Gegebenheiten anpassen und so das Raumklima konstant halten. Auch der energetische Zustand des Gebäudes wurde verbessert. Wir sparen Energie durch die Wärmerückgewinnung, durch ein sicheres Abführen von Wärme und Feuchtigkeit. Die neue LED-Beleuchtung trägt dazu bei, dass die Halle lichter und heller geworden ist.

Ingo Schrader: Wir haben in der Abfüllung außerdem den Besuchergang abgekapselt. In Richtung der Abfülllinie wurde eine große Fensterfront installiert. Dadurch ist der Schalldruckpegel im Besuchergang deutlich reduziert worden, das erhöht künftig auch zusätzlich die Qualität unserer Brauereiführungen.

Welche technischen Investitionen in Effizienz und Nachhaltigkeit gab es außerdem, die für Außenstehende nicht so sichtbar sind?

Christoph Benseler: Es handelt sich hierbei um mehrere Einzelbaustellen in der Produktion, die in sich miteinander verknüpft sind und in Zukunft deutlich mehr Flexibilität schaffen. Mit diesen Schritten stellt sich das Einbecker Brauhaus deutlich nachhaltiger im wirtschaftlichen, aber auch im ökologischen Sinne auf. Zusätzlich wird die Arbeit durch Standardisierung und Automation deutlich erleichtert. Wir verbessern das Management der Vor- und Nachläufe in der Filtration, um die Bierverluste  zu reduzieren. Der Ventilknoten des Drucktankkellers wurde erneuert und an die Entalkoholisierungs-Anlage angebunden. Durch die Erweiterung bestehender und die Schaffung neuer Rohrverbindungen zwischen einzelnen Bereichen wird spürbar mehr Drucktankkapazität zur Verfügung stehen. In der Folge werden Filtrations- und Abfüllprozesse deutlich effektiver. Durch einen neuen Inline-Mischer können jetzt Biermischgetränke in Echtzeit und in der Menge flexibel hergestellt werden, da feste Chargen-Größen entfallen. Diese müssen nicht mehr im Drucktank „zwischengelagert“ werden. Am Ende werden diese neuen Möglichkeiten über ein neues Prozessleitsystem abgebildet, das nach und nach unser bisheriges Prozessleitsystem auch in allen anderen Bereichen ablösen wird.

Sie mussten außerdem eine Schrotmühle ersetzen?

Christoph Benseler: Weil die Ersatzteile nach 46 Jahren nicht mehr zu bekommen waren, wurde die bisherige Mühle nach mehr als 50.000 Suden in den Ruhestand geschickt und wieder eine Sechs-Walzen-Mühle installiert, die in ihrer Bauart schlanker und auch erheblich leichter ist, aber ein vergleichbares Leistungsvermögen hat. Gleichzeitig haben wir auch die Malzkonditionierung erneut. Diese hat die Aufgabe, durch Befeuchtung des Malzes vor dem Schroten die Spelzen (Kornumhüllung) elastischer zu machen. Dadurch werden diese beim sich anschließenden Schrotungsprozess nicht zerstört, denn aus ihnen setzt sich der für den Läuterprozess notwendige Treberkuchen zusammen.

Für die Besucher sichtbarer ist die Sanierung des bisherigen Filterraums, des einstigen Sudhauses. Was soll hier entstehen?

Ingo Schrader: Hier soll in einer hybriden Nutzung sowohl ein Besucherraum mit Ausschankmöglichkeit und begehbarer Empore als Besprechungsraum geschaffen als auch ein Flüssigzuckertank für die Versorgung des neuen Inline-Mixers aufgestellt werden. Außerdem wird es dort Stellfläche für die Holzfasslagerung geben: Unsere ersten Einbecker Spezialböcke, die im Jack Daniels Whiskey-Holzfass nachreifen konnten, kommen gut an. Und später kann im Alten Sudhaus vielleicht noch einmal ein Kleinsudwerk entstehen.

Sie setzen bei den Flaschen-Etiketten auch auf Nachhaltigkeit?

Ingo Schrader: Alle Etiketten der Einbecker Bockbiere werden nun auf Naturpapier statt auf aluminium-bedampftem Papier gedruckt; es gibt nur noch eine partielle Folienveredlung. Wir verzichten außerdem bei vielen Artikeln auf die Flaschenhalsfolie aus Staniol. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Bockbieren wird durch die Kronkorken in Sortenfarbe differenziert. Wir brauchen die noch vorhandenen Etiketten aber zunächst noch auf und stellen schrittweise um. Der Inhalt Flaschen bleibt selbstverständlich unverändert.   

Auch vor den Toren der Stadt, im Logistikzentrum an der Hansestraße, hat sich Einiges getan…

Christoph Benseler: Wir haben dort auf zusätzlichen 2000 Quadratmetern Außenfläche Platz für 6000 Paletten oder 250.000 Bierkästen geschaffen. Außerdem haben wir im Logistikzentrum die Lkw-Zufahrt verlegt, damit ein kreuzungsfreier Stapler-Verkehr ungestört vom Lkw-Verkehr ablaufen kann.

(Das Interview hat am 15. März 2022 stattgefunden)

Foto: Einbecker Brauhaus AG
Ingo Schrader, Leiter Marketing (links), und Christoph Benseler, Technischer Leiter. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Bei der „Jazztime Hildesheim“ gibt’s weiterhin Einbecker Bier

Bei der „Jazztime Hildesheim“ gibt es auch in den kommenden Jahren Einbecker Biere im Ausschank. Tausende Besucher kommen immer an Pfingsten zu diesem Festival, das am und im Stadttheater in Hildesheim stattfindet. Nach Pandemie-Pause ist „Jazztime Hildesheim“ in diesem Jahr wieder möglich, die Veranstaltungen finden vom 3. bis 6. Juni in Hildesheim statt, mit Eröffnungskonzert auf dem Marktplatz. Im Großen Haus im Stadttheater spielt am 4. Juni Ute Lemper ihr „Rendevouz with Marlene“.

Brauhaus-Key-Account-Manager Markus Heineke hat mit dem Vorstand von Cyclus 66 eine Vereinbarung für die nächsten drei Jahre treffen können, teilte das Brauhaus jetzt mit. Vorsitzender Achim Mennecke: „Mit Markus als Person und Einbecker als unser Bier haben wir zwei wichtige und zuverlässige Partner, mit denen wir gern in die Zukunft gehen!“ Markus Heineke dazu: „Bischofsmühle/Jazztime und Einbecker, das passt einfach!“ Der Verein „Bischofsmühle Cyclus 66 e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein und wurde 1966 von jungen Schauspielern des Stadttheaters gegründet. Seit 1971 ist der Verein in der Bischofsmühle im Herzen der Stadt und direkt an der Innerste anzutreffen. Der kultige Clubkeller bietet seitdem vielen regionalen, nationalen und internationalen Künstlern ein Konzert-Zuhause. Die Konzerte decken verschiedene Stilrichtungen ab, primär jedoch Folk- und Bluesmusik. Ab dem Jahr 1979 organisiert der Verein mit dem Stadttheater Hildesheim ein dreitägiges Jazzfestival, heute besser bekannt als „Jazztime Hildesheim“. Es findet traditionell an Pfingsten statt und gilt als Musikfestival der Region. Viele Besucher reisen zum Teil aus dem Ausland an, um an dem Festival teilzunehmen, das gilt auch für weltbekannte Blues- und Jazz-Künstler. Bislang waren etwa 19.000 Künstler aus 46 Nationen einer Einladung gefolgt.

Achim Mennecke (r.) und Markus Heineke nach der Vertragsunterzeichnung. Fotos: Einbecker Brauhaus AG
Archivaufnahme Jazztime 2018. Foto: Markus Heineke/Einbecker Brauhaus AG
Der Club im Industriestyle. Foto: Markus Heineke/Einbecker Brauhaus AG

Mit Brodhaus-Geschichte(n) die „Einbecker Tafel“ unterstützt

Über die mehr als 600-jährige Geschichte des ältesten Wirtshauses in Niedersachsen hat der Einbecker Gastronomie-Hobbyhistoriker Walter-Wilhelm Funcke drei Mal im stets vollbesetzten Schalandersaal der Gasthauses gesprochen. Hat die Geschichtsdaten des seit 50 Jahren im Besitz der Einbecker Brauhaus AG befindlichen einstigen Hauses der Bäckergilde nicht trocken referiert, sondern mit vielen Anekdoten gewürzt. Das ein oder andere Kaltgetränk durfte zwischendrin nicht fehlen. Die Erlössumme aus diesen drei Veranstaltungen hat Funke aufgestockt, die neuen Pächter des Brodhauses Aneka und Sven Falke haben ebenfalls 250 Euro draufgelegt, so dass am Ende 1250 Euro an die „Einbecker Tafel“ überreicht werden konnten.

Foto: Frank Bertram
Walter-Wilhelm Funcke (links) hat über die Geschichte(n) des Einbecker Brodhauses gesprochen. Foto: Frank Bertram

Den symbolischen Scheck nahm Tafel-Leiter Thomas Döhrel vor dem Brodhaus aus den Händen von Walter-Wilhelm Funcke, den Eheleuten Falke sowie Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser entgegen. In der aktuellen Lage sei das Geld besonders hilfreich, dankte Döhrel für die Unterstützung. Die „Einbecker Tafel“ muss aktuell viele Lebensmittel zukaufen, damit die Kunden überhaupt Waren abholen können. Hatte die Tafel im März 115 Haushalte mit 288 Menschen in ihrer Kartei, sind es jetzt vor allem durch viele aus der Ukraine geflüchtete Menschen 239 Haushalte mit insgesamt 546 Menschen, die zur „Einbecker Tafel“ kommen, um Lebensmittel zu erhalten.

Foto: Frank Bertram
Spendenübergabe an die „Einbecker Tafel“ (v.l.): Thomas Döhrel, Walter-Wilhelm Funcke, Aneka und Sven Falke sowie Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser. Foto: Frank Bertram

Nachtrag 22.05.2022: Durch nachträgliche Geldgaben von Gästen konnte die Gesamtsumme noch um 120 Euro auf insgesamt 1370 Euro erhöht werden, die der „Einbecker Tafel“ zugute kommt, teilte heute Walter-Wilhelm Funcke mit.

Limitierter Sondersud „Hanse-Bock“ vorgestellt

Er war zwar nicht der erste moderne Biertreck, aber derjenige, der die Hauptstadt der Hanse zum Ziel hatte: Vor 50 Jahren führte der „Hansebiertreck“ des Einbecker Brauhauses von Einbeck nach Lübeck, am 19. Mai 1972 erreichte er den Lübecker Marktplatz. Zur Erinnerung daran haben die Einbecker in diesem Jahr einen limitierten Sondersud, den „Hanse-Bock“, gebraut. Die Erstabfüllung erhielt der Lübecker Bürgermeister als Vormann der Städtehanse.

Sören Wolff vom Einbecker Brauhaus überreicht die Erstabfüllung an Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Im Gespräch mit dem Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau hat der Einbecker Handelschef und Bockbierbotschafter Sören Wolff den „Hanse-Bock“ so beschrieben: „Der Einbecker Hanse-Bock ist ein helles naturtrübes Bockbier mit edlen Hopfenaromen, das Gaumen und Nase mit zitronig-frischer Note betört. Den wird es in diesem Jahr – und zwar nur in diesem Jahr – in vielen Städten in Nord- und Westdeutschland zum Probieren im neuen Open Basket geben.“ Wolff meint damit den offenen Sechserträger, in dem der Kunde den Inhalt gut sehen und die Flaschen leicht und einfach herausnehmen kann. Das naturtrübe Bockbier mit Aromahopfen veredelt ist eine aromatische Besonderheit mit feinen Zitrus- und Cassisnoten. Der Sondersud „Hanse-Bock“ hat eine Stammwürze von 16,3° GP und einen Alkoholgehalt von 6,6 % vol.

Die Erstabfüllung des „Hanse-Bock“ überreichte Sören Wolff in dieser Woche an Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, der zugleich Vormann des Städtebundes „Die Hanse“ ist. „Wie im Mittelalter befindet sich der Mittelpunkt der Hanse im Lübecker Rathaus. Ich freue mich sehr, dass ich den Hanse-Bock persönlich im ehrwürdigen Audienzsaal an den Vormann der Hanse übergeben kann“, wird Wolff in einer Pressemitteilung der Hansestadt Lübeck zitiert.

Seit 1368 war Einbeck Mitglied der Hanse, zu dieser Zeit eine Wirtschaftsmacht im Nord- und Ostseeraum. Wolff überreichte Lindenau nicht nur das Bier, sondern auch symbolisch einen Datenstick mit dem Erklärfilm, den das Einbecker Brauhaus für den „Hanse-Bock“ produziert hat. „Die Kommunikation mit unseren Bierfans findet immer mehr in Social Media statt“. Das gab es bei der früheren Hanse noch nicht.

Youtube-Video der Einbecker Brauhaus AG zum „Hanse-Bock“

„Die Aufgaben der Hanse sind der lebendige Austausch der Mitgliedsstädte und die Pflege des gemeinsamen Kulturerbes“, sagte Lindenau. „Dazu gehört zweifellos auch das traditionelle Einbecker Bier. Ich danke der Einbecker Brauhaus AG für ihre Initiative.“ Der Städtebund „Die Hanse“ wurde 1980 in Zwolle neu gegründet und ist mit fast 200 Mitgliedsstädten in 16 europäischen Ländern eine der größten freiwilligen Städtegemeinschaften weltweit. Einmal pro Jahr kommen die Hansestädte der alten Tradition folgend auf dem Hansetag zusammen. Der 42. Internationale Hansetag findet in diesem Jahr vom 26. bis 29. Mai in Neuss statt. Einbeck ist nicht dabei.

Bierdeckel zum Hansebiertreck 1972. (c) Einbecker Brauhaus AG
Rückseite des Bierdeckels zum Hansebiertreck 1972. (c) Einbecker Brauhaus AG

Vor 50 Jahren: Als der Biertreck nach Lübeck führte

Drei Jahre waren seit der Premiere vergangen, als wieder im Mai ein Biertreck von Einbeck aus aufbrach: Nach der legendären Reise auf der „Bockbierstraße“ nach München machten sich 1972 Fuhrwerke, Landsknechte und Reiter auf, erneut das gute Einbecker Bier nach alter Tradition auszuliefern. Auf Initiative des damaligen Brauereidirektors Karl-Ernst Lenz war 1969 der Treck nach München gezogen, drei Jahre später war nun die Hauptstadt der Hanse, Lübeck, das Ziel des „historisches Abenteuers in moderner Zeit“, wie das damals genannt wurde. Der „Hansetreck“ führte vom 7. bis 19. Mai 1972 von Einbeck über Hannover und Hamburg in die Hansestadt Lübeck.

Biertreck von Einbeck nach Lübeck in Burgdorf. (c) Bildarchiv Region Hannover, Sammlung Fritsche, Walter Fritsche https://bildarchiv.archivrh.de/detail/25119/

Ohne Einbeck gäb’s ja bekanntlich kein Bockbier. Und damit diese im Laufe der Jahrzehnte zu verblassen drohende Botschaft möglichst viele vernehmen mögen, war Brauereidirektor Lenz auf die Idee des historischen Biertrecks in die bayerische Landeshauptstadt 1969 gekommen. Es folgten die Biertrecks eben nach Lübeck (1972), und dann ins Rheinland nach Bonn (1973) und nach Celle (1978).

Diese Transporte waren echte Knochenjobs: Um beispielsweise acht Fässer mit 800 Litern Bockbier von
Einbeck nach München zu bringen, war so ein Biertreck mit zwei Fuhrwerken, einem Versorgungswagen, 30 Reitern, Herolden und bewaffneten Knechten 14 Tage unterwegs.

Biertreck von Einbeck nach Lübeck in Burgdorf. (c) Bildarchiv Region Hannover, Sammlung Fritsche, Walter Fritsche https://bildarchiv.archivrh.de/detail/25119/
Historischer Biertreck. (c) Abbildung: Einbecker Brauhaus AG
Historischer Biertreck. (c) Abbildung: Einbecker Brauhaus AG
Video über den Biertreck 1969 nach München

Vorträge über Brodhaus-Geschichte erst im Mai

Die ursprünglich für kommende Woche angekündigten Vorträge über die Geschichte des Brodhauses am Marktplatz sind auf Mai verschoben worden. Das teilte die Eigentümerin der Gaststätte, die Einbecker Brauhaus AG, heute Abend mit. Eine Begründung für die Verschiebung wurde zunächst nicht genannt. Der Einbecker Gastronomie-Hobbyhistoriker Walter-Wilhelm Funcke wird „Geschichte und Geschichten“ über das Brodhaus nun am 16., 18. und 19. Mai (Montag, Mittwoch und Donnerstag) jeweils ab 18 Uhr erzählen. Einlass ist jeweils um 17.30 Uhr in den Saal des Brodhauses im Obergeschoss.

Es wird ein Obolus von 5 Euro pro Karte erhoben. Im Eintritt ist ein Freigetränk inbegriffen. Das eingenommene Geld geht als Spende an die „Einbecker Tafel“. Eintrittskarten sind ab dem 29. April im Brodhaus, in der Tourist-Information und im Fan-Shop des Einbecker Brauhauses erhältlich. 

Eine Annonce von 1890 des Brodhauses. Archiv Walter-Wilhelm Funcke

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