Einbecker Bierblog

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Pächter-Wechsel im Einbecker Brodhaus: Schlöter geht, Falke kommt

Im ältestesten Wirtshaus Niedersachsens gibt es zum Jahreswechsel einen Pächterwechsel: Wie die Eigentümerin der Gaststätte, das Einbecker Brauhaus, jetzt mitteilte, verlässt Conny Schlöter das Brodhaus am Einbecker Marktplatz, um sich auf die Bewirtschaftung des Knochenhaueramtshauses in Hildesheim zu konzentrieren. Neue Pächter des Brodhauses werden Aneka und Sven Falke, die bereits das „Auszeit“-Bistro am Einbecker Schwimmbad führen. Diese Gaststätte werden Falkes auch weiterhin bewirtschaften. Ab 2022 kommt das Brodhaus hinzu.

Conny Schlöter am Zapfhahn. Foto: Spieker Fotografie / Einbecker Brauhaus AG

Seit 2017 war Conny Schlöter Pächterin im Brodhaus, dem ältesten Wirtshaus Niedersachsens. Schon in den beiden Jahren zuvor hatte sie das Brodhaus in ihrer Verantwortung geführt, stets mit aufmerksamer Zuwendung und offenem Ohr für die Wünsche Ihrer Gäste. Ab dem Jahresbeginn 2022 wird die Hildesheimerin sich nun allein auf die Bewirtschaftung des KA7, des Restaurants im Knochenhaueramtshaus am Hildesheimer Marktplatz, konzentrieren, informiert die Einbecker Brauhaus AG in einer Pressemitteilung.

Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch zieht Resümee: „Conny Schlöter hat mit ihrem Team im Brodhaus für ihre Gäste aus Südniedersachsen und für touristische Besucher aus Deutschland und dem Ausland in Summe ungefähr 265.000 Einbecker Biere gezapft.“ Und sie habe das Brodhaus zuletzt gut durch die Pandemiekrise gebracht. „Herzlichen Dank, Conny Schlöter!“, sagte Deutsch. Conny Schlöter stehe für herzlichen Service, für Regionalität und sie stehe zum Einbecker Bier. Deutsch ergänzt: „Das Brauereiteam schätzt Conny Schlöter und ihre zurückhaltende Art sehr und respektiert deshalb gern ihren Wunsch, möglichst wenig Wirbel um ihre Person zu machen.“

Die Küche des KA7 in Hildesheim bietet vornehmlich frische, saisonale Produkte, die fantasievoll und mit Sinn fürs Bodenständige verarbeitet werden. Zu jedem Gericht gibt es das passende Bier aus Einbeck. Und auf Wunsch wie im Brodhaus eine zünftige Bierprobe mit fünf gezapften Biersorten.

Im Brodhaus in Einbeck werden im Januar und Februar Renovierungsarbeiten vorgenommen. Dann wird Sven Falke (43) mit seiner Ehefrau Aneka (37) das Haus weiterführen. Sie sind den Einbeckern bereits bekannt als Gastronomen der „Auszeit / Svens Bistro am Bad“. Die Gaststätte werden sie auch weiterhin bewirtschaften. Anfang des neuen Jahres will der qualitätsbewusste und im Umgang mit regionalen Produkten erfahrene Gastwirt und Fleischermeister sich selbst und sein Konzept im Detail näher vorstellen, kündigte die Brauerei an. Sven Falke schließt sich dem Dank an Conny Schlöter an: „Weiterhin alles Gute und viel Erfolg im KA7!“

Sven Falke ist bereits Wirt im „Auszeit“-Bistro im Einbecker Schwimmbad. Foto: privat

Wie kommt eigentlich das Bier ins Brodhaus?

Das Tietzer-Team im Brodhaus bei Conny Schlöter. Foto: Einbeck Marketing/Einbecker Brauhaus

Wie kommt eigentlich das Einbecker Bier von der Brauerei ins Brodhaus? Diese Frage (und noch so einige mehr) beantwortet NDR-Reporter Sven Tietzer in der nächsten Folge von „Tietzer reist…“. Das Team des Norddeutschen Rundfunks war für Dreharbeiten am Montag in Einbeck, besuchte die Verladehalle im Brauhaus und die Fassabfüllung, die Fassanlieferung durch den Einbecker Bierfahrer Thorsten Blawe (Einbecker Getränke) und den Bierausschank durch Conny Schlöter im Brodhaus am Marktplatz. Sven Tietzer packte natürlich wieder oft selbst mit an, probierte vieles aus.  Schornsteinfegermeister Marco Strohmeier (Holtershausen) zeigte dem NDR-Team die besten Blicke „über den Dächern von Einbeck“, und mobil wurde es im Lkw-Depot des PS-Speichers auch noch, unter anderem in einem ehemaligen Übertragungswagen des NDR. Am Ende soll aus dem umfangreichen Sendematerial eine etwa achtminütige, lockere Reisereportage entstehen, Impressionen aus der Einbecker Innenstadt inklusive. Der NDR wird „Tietzer reist…“ am Freitag, 29. März 2019, im Nachmittagsprogramm von 16.20 bis 17.10 Uhr senden, teilte heute das Einbecker Brauhaus mit.

Bieranlieferung: Das Tietzer-Team vor dem Brodhaus auf dem Marktplatz. Foto: Einbeck Marketing/Einbecker Brauhaus

Sven Tietzer (NDR) im Brauhaus mit Thorsten Blawe (links). Foto: Einbeck Marketing/Einbecker Brauhaus

 

Bierführung: Mehr Technik, aber immer persönlich

Gästeführer im neu benannten „Schalander“-Saal des Brodhauses vor Monitor und Fassböden (v.l.): Marion Bartels, Edeltraud Hebel, Peter Nolte, Elena Küchemann.

Wer mehr über das Einbecker Bier erfahren möchte, kann eine Stadtführung mit Bierprogramm bei der Tourist-Information der Stadt Einbeck im Eicke’schen Haus buchen. Die Erläuterungen der Geschichte des Bieres aus Einbeck haben jetzt einen technischen Fortschritt erfahren, bleiben aber unverändert immer persönlich. Zwar unterstützt jetzt ein Bildschirm im Saal des Brodhauses am Marktplatz nach der Führung die Gästeführer mit Fotos und auch zwei Filmen. Die persönlichen Erklärungen bleiben jedoch erhalten. Die verschiedenen Bierprogramme der Tourist-Info, darunter das Bierdiplom, haben ein Update erhalten; seit 1995 waren sie nahezu unverändert, sind jetzt aktualisiert und modernisiert. Die laminierten Fotos zum Beispiel, die die Gästeführer den Besuchern bislang gezeigt haben und die manchmal in den hinteren Reihen schwer zu sehen waren, sind passé. In Zukunft können rund 40 Besucher (=ein Reisebus) im Saal des Brodhauses problemlos den Monitor erkennen und dabei den Gästeführern lauschen, wie sie die Historie des Gerstensaftes aus der Heimat guter Biere näher bringen. Und dazu die Inhaltsstoffe des Bieres zeigen und den Besuchern in die Hand geben können. „Allein beim Hopfen gibt es 140 verschiedene Sorten für die unterschiedlichen Biere“, sagt Gästeführerin Marion Bartels. Wie ihr Kollege Peter Nolte, gewandetet als Historischer Braumeister, ist Bartels seit ein paar Wochen Bockbiersommelier und damit besonders geschult, zu Aroma, Brauarten und Zutaten erschöpfend Auskunft geben zu können. Gezeigt wird im Saal neben einem aktuellen Video aus der heutigen Brauerei der beliebte gezeichnete Film über das Einbecker Bier im Laufe der Geschichte. Den gibt es übrigens inzwischen in englischer, französischer, schwedischer und italienischer Sprache, eine chinesische Fassung ist in Vorbereitung. Nach einer ausgedehnten Stadtführung, die schon allerlei über das Bierbrauen in Einbeck vermittelt, sitzen die Gäste der Bierprogramme abschließend im Brodhaus und lauschen in gemütlicher Atmosphäre einem Vortrag über Bierhistorie und Biertradition. Damit der Vortrag nicht zu trocken wird, gibt es natürlich Kostproben; die Einbecker Biersorten Brauherren, Bockbier und Pilsener sind immer dabei. Um das „Einbecker Bierdiplom“ zu erlangen, müssen die Teilnehmer das erworbene Wissen über das Bierbrauen testen. Wer’s schafft, ist „diplomierte Bierkennerin“ oder „diplomierter Bierkenner“ mit Urkunde.

Fass mit Namen im Brodhaus.

Neben dem neuen Bildschirm hängen im Brodhaus-Saal zwei Holzfassböden an der Wand, jeweils 200 Kilo schwer und von heimischen Handwerkern mit viel Kraft in das obere Stockwerk getragen, bedankt sich Ulrich Meiser vom Einbecker Brauhaus für den tatkräftigen Einsatz. Im Holz noch erkennbar sind die Liter-Zahlen. Das Brodhaus, das älteste Wirtshaus Niedersachsens, nennt den Saal im Obergeschoss jetzt „Schalander“. In der Sprache der Brauer ist das der Ort, an dem sich die Brauknechte seit alters her mal hinsetzen und entspannen konnten, erläutert Brodhaus-Chefin Conny Schlöter. Auch die drei Fässer, in denen die Brodhaus-Gäste in der Braudiele sitzen, essen und trinken können, haben jetzt Namen statt Nummern. „Brauherren“, „Ainpöckisch“ und „Ur-Bock“ heißen die Fässer. Das Brodhaus-Team hat sich vorgenommen, das Bier noch sensorisch intensiver erlebbar für die Gäste zu machen. Dazu gehören kulinarische Zutaten wie eine Einbecker Biervesper zum Bier ebenso wie die „Bierhochzeit“, ein traditionelles, geselliges Event, das Besucher (männlich wie weibliche) feiern können – neun Monate nach der Hochzeit, wenn die Frau noch nicht schwanger ist.

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Als Luther im Brodhaus einkehrte

Ulrich Meiser, Gudrun Buschold, Conny Schlöter, Albrecht Gralle.

Wenige Tage vor dem 500. Jahrestag der Reformation ist Martin Luther im Einbecker Brodhaus eingekehrt. Natürlich nicht leibhaftig, obwohl der Einbecker „Martin Luther“ bei der Lesung in der ersten Reihe saß. Gemeinsam hatten Brauhaus, Brodhaus und Literaturhaus eine literarisch-kulinarische Veranstaltung organisiert, die Geschmack auf Wiederholung und Fortsetzung gemacht hat. Der Autor Albrecht Gralle las in der Braudiele des Brodhauses mit den typischen Fässern, in denen man sitzen kann, aus seinem Buch „Als Luther vom Kirschbaum fiel und in der Gegenwart landete“ – natürlich die Szene, die im Einbecker Brodhaus am Marktplatz spielt. Der Reformator ist im Jahr 2017 unterwegs und erlebt als Mann des 16. Jahrhunderts allerhand Kurioses, auf dem Weg von Northeim zurück nach Wittenberg lässt er sich im Auto mitnehmen und in Einbeck absetzen. Nachdem Luther schon Angst hatte, dass in Einbeck nicht mehr das von ihm so geschätzte Bier gebraut wird, weil er in den großen, zu seiner Zeit brauberechtigten Fachwerkhäusern mit den großen Torbögen vergeblich angeklopft und nach Bier gefragt und nur Erstaunen geernet hat, findet er schließlich im Brodhaus doch noch sein Lieblingsbier. Albrecht Gralle versteht es, kurzweilig zu erzählen, verrät bei der Lesung die Schlusspointe seines Buches natürlich nicht. Es lohnt sich, diese bei der eigenen Lektüre selbst herauszufinden.

Literatur-Menü.

Bevor Gralle las, hatten die Besucher der Veranstaltung alle einen Comic auf ihrem Schoß. Denn Thomas Dahms stellte sein „Zu Tisch bei Luthers in Wittenberg“ vor, und der Verleger und Autor des Ostfalia-Verlages zeigte sehr praktisch, dass auch Lesungen aus einem Comic sehr gut möglich sind. Bei dem gezeichneten Bilderbuch über Luthers kann man übrigens nebenbei eine Menge lernen. Auch im Comic kommt selbstverständlich Einbeck und sein Bier vor, schließlich war es leckere Gabe bei der Luther-Hochzeit. Nach so viel literarischen Genüssen konnten sich die Gäste an kulinarischen laben. Das Team des Brodhauses um Conny Schlöter kredenzte ein Drei-Gang-Menü und hatte selbstredend die korrespondierenden Einbecker Biere im Ausschank. Mit der passenden Lektüre konnten sich die Besucher schließlich am Büchertisch von Buchhändlerin Gudrun Buschold (Einbecker Literaturhaus) versorgen. Wirklich schade wäre es, wenn es bei dieser einen literarisch-kulinarischen Kombination bliebe, ähnliche Veranstaltungen sind gut denkbar: Beispielsweise gibt es ja auch Einbeck-Krimis, die ebenfalls ihre Szenen im Brodhaus haben. Und dass der eigene Einbeck-Comic überfällig ist, dürfte spätestens an dem Abend im Brodhaus auch jedem klar geworden sein.

Witzig und lehrreich: Comic-Lesung mit Thomas Dahms in der Brodhaus-Braudiele.

Bock auf Bier mit allen Sinnen

Wo ist der Unterschied? Bei der Bierverkostung wird's erläutert.

Wo ist der Unterschied? Bei der Bierverkostung wird’s erläutert.

Was ist das Charakteristische am Einbecker Brauherren Pils? Warum schmeckt ein Mai-Urbock so ganz anders? Und woher bekommt das Einbecker Dunkel seine Farbe? Diese und weitere Fragen konnte eine Bierverkostung beantworten, die das Einbecker Brauhaus den Gästeführern, Mitarbeitern der Tourist-Info und des Museums der Stadt Einbeck im „Brodhaus“ ermöglichte. Einbeck und Einbecker Bier gehörten schließlich zusammen, und wenn alle Beteiligten sich gemeinsam für ein nachhaltiges Besuchserlebnis einsetzten, stärke das insgesamt das Image der Bier- und Fachwerk-Stadt, sagte Ulrich Meiser vom Einbecker Brauhaus. Sehen, riechen, schmecken und fühlen – alle Sinne wurden bei der Bierverkostung angesprochen, Einbecker Biersorten von Alkoholfrei bis Winterbock im Vergleich zu anderen (Weizen, Ale, Rotbier) ausführlich getestet. Dabei erfuhren die Teilnehmer viele wissenswerte Details, etwa dass zum Brauen von einem Hektoliter Bier in Einbeck sechs Hektoliter Wasser notwendig sind. Dass der Röstgrad des Malzes die Farbe bestimmt. Dass heute Hopfenpellets eingesetzt werden, um besser dosieren zu können. Am Ende stand bei allen die Erkenntnis, dass im Sortiment der Einbecker Brauerei für jeden Geschmack das richtige Bier vorhanden ist.

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Deutschstunde

Wer ist eigentlich dieser Martin Deutsch (51)? Der neue Vorstand der Einbecker Brauhaus AG hat „auf ein Bier im Fass“ ein wenig über sich, das Einbecker Bier und die Herausforderungen des Unternehmens geplaudert. Nachzulesen in der gedruckten aktuellen Ausgabe des Entscheider-Magazins „Faktor“ aus Göttingen (dort dann natürlich in Farbe ;-). Und online hier.

(c) Faktor-Magazin / Fotografie: Alciro Theodoro da Silva

(c) Faktor-Magazin / Fotografie: Alciro Theodoro da Silva

Schmuckes Sixpack

Brodhaus...

Brodhaus…

...und Urbock-Keller.

…und Urbock-Keller.

Mit diesem Sechserträger lassen sich Einbecker sicher nach Hause tragen – Einbecker Biere. Und nicht nur nach Hause. Diese neue Transport-Verpackung aus dem Einbecker Brauhaus ist in erster Linie zum Verschenken gedacht, erhältlich ist sie unter anderem im Einbecker Fan-Shop auf dem Brauereigelände an der Papenstraße. Selbstverständlich mit Inhalt aus der Heimat guter Biere. Dabei sind beide Komponenten, Verpackung und Bier, Produkte aus der Region. Beim Bier ist das seit mehr als 600 Jahren klar. Beim schmucken Sixpack aus Wellpappe half die Zeitungslektüre einer Kooperation zwischen zwei Unternehmen aus der Region aufs richtige Gleis. Denn die Northeimer Firma Thimm hatte mit ihrem Multipack in der Kategorie „Verpackung“ 2014 beim Superstar Award in Frankfurt die Silber-Medaille gewonnen. Die Berichterstattung darüber wurde im Einbecker Brauhaus aufmerksam und mit Interesse gelesen. Und umgesetzt, bislang waren die Präsentmöglichkeiten der Einbecker nicht dermaßen von Pappe. Hier aber stimmte nach wenigen Gesprächen alles: Die aufmerksamkeitsstarke Geschenkverpackung für sechs Bierflaschen bietet durch die große Fläche viel Platz für Markenkommunikation, wie das die Marketingleute formulieren. Den haben die Einbecker Brauer genutzt, Urbockkeller und Brodhaus künden auf den Außenseiten von Einbecker Stätten der Bierkultur. Durch Sichtfenster-Stanzungen auf der Innenseite kann das Flaschendesign aufgegriffen und mit dem Gesamtlayout verbunden werden, heißt es: Im Inneren entfaltet sich das fotografische Panorama der Stadt der Brau- und Fachwerkkunst, trotzdem sind die enthaltenden Biersorten klar zu erkennen. Die Wellpappe-Verpackung gewährleistet durch die besondere Konstruktion einen sehr hohen Produktschutz. Sie kann wie ein Buch mit zwei Seiten aufgeschlagen und später mittels Laschenverschluss an der Seite sicher wieder verschlossen werden, preisen die Designer von Thimm zu recht. Die Flaschen werden über einen Klappdeckel an der Verpackungsoberseite entnommen. Der doppelte, integrierte Griff bietet einen angenehmen Tragekomfort. Da macht das Verschenken doppelt Spaß.

Aufklappt bietet die Verpackung einen Blick auf Stadt und Bierflaschen.

Aufklappt bietet die Verpackung einen Blick auf Stadt und Bierflaschen.

Bier-Programm

Als Gästeführer schlüpft der Einbecker Peter Nolte heute in Rolle und Kostüm des historischen Braumeisters Elias Pichler.

Als Gästeführer schlüpft der Einbecker Peter Nolte heute in Rolle und Kostüm des historischen Braumeisters Elias Pichler. Foto: Einbeck Marketing GmbH

Das Einbecker Bier können Besucher der Stadt auf unterschiedliche Art und Weise entdecken. Selbstverständlich servieren es die Gastronomen, und Gäste können auf eigene Faust den Gerstensaft testen. Die Tourist-Information bietet aber auch einige Programme und damit Möglichkeiten an, dem Einbecker Bier näher zu treten. Da gibt es einiges zu schmecken, hören und sehen. Sogar ein Diplom und Krug und Urkunde kann der Bierkundige in Einbeck erwerben. Nach einem Rundgang durch die Stadt, in der man auf Schritt und Tritt auf Biergeschichte stößt (und das nicht nur auf dem Bierpfad), folgt die lecker-lukullische Lektion in verschieden langen Varianten, von der kurzen Bierologie bis zum Ausweis eines diplomierten Bierkenners. Im Jahr 1616 gab es 742 Bürger-Brauhäuser in der Stadt. Diese farbenprächtigen Gebäude mit ihren großen, rundbogigen Toreinfahrten prägen noch heute das Bild der Altstadt. Wer möchte, kann die Stadtführung bei einer „historischen Person“ buchen, dann werfen sich die Stadtführer in ein Kostüm und leiten die Gäste als Braumagd oder als Braumeister zu den schönsten Stellen der Stadt.

Seit Jahren beliebt ist die Führung „Helles Bier, dunkle Schatten“ durch das abendliche Einbeck. Fachwerkhäuser, Wallanlagen und Kirchen erscheinen dabei einmal in einem ganz neuen Licht. Die Besucher erfahren beim Gang mit der Taschenlampe durch Einbecks Gassen mehr über die sagenumwobene Geschichte des großen Stadtbrandes im Jahr 1540, besichtigen Teile der Stadtbefestigung und schnuppern anschließend Höhenluft bei einer Turmbesteigung der Marktkirche. Das Programm macht durstig – zum Abschluss des Tages erzählt der Stadtführer bei einem frisch gezapften Bier noch einige interessante und heitere Geschichten rund um das Einbecker Bier.

Ab Oktober 2015 ist auch der Einbecker Bierabend wieder im Programm der Tourist-Information. Bierkutscher Albert und sein kongenialer Partner, der „Bier“-Liedermacher Michael, begleiten die Besucher auf vergnügliche Art durch das Programm, das aus Einbecker Bier, Bierliedern und humoristischen, satirischen Einlagen zum Bier besteht. Gute Laune und die Bereitschaft zum Schunkeln sollten die Teilnehmer mitbringen.

Am Brodhaus zur blauen Stunde

Blaue Stunde am Brodhaus.

Blaue Stunde am Brodhaus.

Wer dieser Tage am Brodhaus zur blauen Stunde vorbei geht, dem geht im wahrsten Wortessinne ein Licht auf: Das einstige Gildehaus der Bäcker am Marktplatz wird in ein neues Licht gesetzt. Sechs Bodenstrahler inszenieren das Fachwerkhaus am Abend, lenken mit insgesamt 150 Watt den Blick der Besucher auf die Fachwerkschnitzereien. Die Brauhaus AG als Immobilienbesitzer und die Stadtwerke Einbeck haben bei diesem Projekt unkompliziert kooperiert. Nach der umfangreichen Modernisierung des Brodhauses ist die Beleuchtung der Außenfassade nun das Tüpfelchen auf dem i, ist nicht nur Brauerei-Vorstand Walter Schmidt sicher.

Die energieeffizienten Halogenhochdruckleuchten (vier 20-Watt und zwei 35 Watt-Strahler) verursachen Stromkosten von maximal 35 Cent pro Tag. Das ist natürlich abhängig von der Leuchtdauer, die grundsätzlich auch einmal über die Öffnungszeiten des Gasthauses hinaus gehen können.

Gut übrigens, dass die Pläne verworfen worden sind, nachts in Einbeck das Licht der Straßenlaternen auszuschalten. Licht bedeutet auch ein gutes Sicherheits-Gefühl. Eine totale Dunkelheit wäre faktisch eine Ausgangssperre in der Nacht. Abgesehen davon, dass es touristisch schon recht merkwürdig und kontraproduktiv gewesen wäre, wenn rund um den Marktplatz um halb eins die große Dunkelheit ausbrechen würde, während Einbecker Gäste vor allem im Sommer noch fröhlich ein Bierchen trinken möchten…

Wie schon seit einiger Zeit das Alte Rathaus ist nun auch die Fassade des Brodhauses angestrahlt, auch in der Münsterstraße.

Wie schon seit einiger Zeit das Alte Rathaus ist nun auch die Fassade des Brodhauses in Einbeck am Abend angestrahlt, auch in der Münsterstraße. Insgesamt sorgen sechs Bodenstrahler (Foto) für das Licht.

Bier-Krimi

Bierige Einbecker Krimis.

Drei bierige Einbecker Krimis.

Der edle Gerstensaft aus Einbeck hat schon so manche Spuren hinterlassen. Und auch literarisch kann das Bier bereits seit mehr als zehn Jahren sehr gut mithalten. Freilich wäre mal wieder ein frisch gezapftes Lesevergnügen ganz schön… 2003 legte der Berliner Autor Jürgen Ebertowski mit „Das Vermächtnis des Braumeisters“ einen ersten Kriminalroman mit viel Bier- und Lokal-Kolorit vor. 2005 folgte mit „Hanse und Halbmond“ ein weiterer hopfig-historischer Romantext, bevor Jürgen Ebertowski im gleichen Jahr mit „Die Akte Einbeck“ ein in der heutigen Zeit spielender Krimi aus der Feder floss. Seitdem ist leider Dürre, was Literarisches aus Einbeck mit Biernote betrifft. Süffigen Stoff gibt’s doch genug.

Während es in dem um 1500 spielenden Braumeister-Vermächtnis um das geheime Bierrezept der Einbecker geht, das ein Osloer Kaufmann gerne hätte, um das im gesamten Hanse-Raum gerühmte Bier nicht mehr teuer importieren zu müssen, sondern vor Ort in Skandinavien selbst brauen zu können, verlaufen die Fäden im Hanse-Halbmond vom spätmittelalterlichen Einbeck, in dem ein Braumeister ermordet wird, nach Hamburg und Konstantinopel. Die von Ebertowski erdachten Roman-Figuren agieren in einem genau recherchierten historischen Umfeld, das macht die Bücher nicht nur für Einbecker und Einbeck-Kenner lesenswert.

An der „Akte Einbeck“, das übrigens zur Eröffnung des Einbecker Bierpfades 2005 im Sommer präsentiert und beim damals noch würdig und regelmäßig zelebrierten Hanse-Bankett in der Rathaushalle auch offiziell vorgestellt wurde, haben Krimifreunde ihre Freude, die sich im heutigen Einbeck auskennen, die genau wissen, wo der Wassergraben verläuft, in dem eine Leiche am Diekturm auftauchen kann, und die bei der Honoratioren-Runde mit Sparkassen-Beteiligung im Brodhaus ins Schmunzeln kommen. Aikido- und Japan-Anklänge dürfen dabei den Leser nicht stören, denn von denen gibt es reichlich beim studierten Sinologen und erklärten Kampfsportfreund Ebertowski. Über Krimi-Nachschub mit Einbecker Biernote würden sich viele freuen.

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