Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

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Limitierter Sondersud „Hanse-Bock“ vorgestellt

Er war zwar nicht der erste moderne Biertreck, aber derjenige, der die Hauptstadt der Hanse zum Ziel hatte: Vor 50 Jahren führte der „Hansebiertreck“ des Einbecker Brauhauses von Einbeck nach Lübeck, am 19. Mai 1972 erreichte er den Lübecker Marktplatz. Zur Erinnerung daran haben die Einbecker in diesem Jahr einen limitierten Sondersud, den „Hanse-Bock“, gebraut. Die Erstabfüllung erhielt der Lübecker Bürgermeister als Vormann der Städtehanse.

Sören Wolff vom Einbecker Brauhaus überreicht die Erstabfüllung an Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Im Gespräch mit dem Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau hat der Einbecker Handelschef und Bockbierbotschafter Sören Wolff den „Hanse-Bock“ so beschrieben: „Der Einbecker Hanse-Bock ist ein helles naturtrübes Bockbier mit edlen Hopfenaromen, das Gaumen und Nase mit zitronig-frischer Note betört. Den wird es in diesem Jahr – und zwar nur in diesem Jahr – in vielen Städten in Nord- und Westdeutschland zum Probieren im neuen Open Basket geben.“ Wolff meint damit den offenen Sechserträger, in dem der Kunde den Inhalt gut sehen und die Flaschen leicht und einfach herausnehmen kann. Das naturtrübe Bockbier mit Aromahopfen veredelt ist eine aromatische Besonderheit mit feinen Zitrus- und Cassisnoten. Der Sondersud „Hanse-Bock“ hat eine Stammwürze von 16,3° GP und einen Alkoholgehalt von 6,6 % vol.

Die Erstabfüllung des „Hanse-Bock“ überreichte Sören Wolff in dieser Woche an Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, der zugleich Vormann des Städtebundes „Die Hanse“ ist. „Wie im Mittelalter befindet sich der Mittelpunkt der Hanse im Lübecker Rathaus. Ich freue mich sehr, dass ich den Hanse-Bock persönlich im ehrwürdigen Audienzsaal an den Vormann der Hanse übergeben kann“, wird Wolff in einer Pressemitteilung der Hansestadt Lübeck zitiert.

Seit 1368 war Einbeck Mitglied der Hanse, zu dieser Zeit eine Wirtschaftsmacht im Nord- und Ostseeraum. Wolff überreichte Lindenau nicht nur das Bier, sondern auch symbolisch einen Datenstick mit dem Erklärfilm, den das Einbecker Brauhaus für den „Hanse-Bock“ produziert hat. „Die Kommunikation mit unseren Bierfans findet immer mehr in Social Media statt“. Das gab es bei der früheren Hanse noch nicht.

Youtube-Video der Einbecker Brauhaus AG zum „Hanse-Bock“

„Die Aufgaben der Hanse sind der lebendige Austausch der Mitgliedsstädte und die Pflege des gemeinsamen Kulturerbes“, sagte Lindenau. „Dazu gehört zweifellos auch das traditionelle Einbecker Bier. Ich danke der Einbecker Brauhaus AG für ihre Initiative.“ Der Städtebund „Die Hanse“ wurde 1980 in Zwolle neu gegründet und ist mit fast 200 Mitgliedsstädten in 16 europäischen Ländern eine der größten freiwilligen Städtegemeinschaften weltweit. Einmal pro Jahr kommen die Hansestädte der alten Tradition folgend auf dem Hansetag zusammen. Der 42. Internationale Hansetag findet in diesem Jahr vom 26. bis 29. Mai in Neuss statt. Einbeck ist nicht dabei.

Bierdeckel zum Hansebiertreck 1972. (c) Einbecker Brauhaus AG
Rückseite des Bierdeckels zum Hansebiertreck 1972. (c) Einbecker Brauhaus AG

Nachhaltig Naturpapier: Bockbiere in der Flasche jetzt mit neuer Ausstattung

Wenn die Bierflaschen mit Einbecker Mai-Urbock beim Kumpel anders aussehen als im eigenen Kühlschrank, dann muss nicht einer von beiden den vergangenen Jahrgang gut gelagert haben. Sondern dann war der Kumpel vielleicht später dran im Getränkemarkt, hat dafür aber schon die neue Ausstattung der Bierflaschen gekauft. Denn nachhaltig wie die Brauerei nun einmal ist, werden zunächst noch die bisherigen Etiketten aufgebraucht bis zum Relaunch. Das Einbecker Brauhaus AG kleidet im Frühling seine Bockbiere neu ein: Alle bekommen eine neue, zeitgemäßere und einheitliche Ausstattung. Start ist mit dem aktuellen Saison-Bockbier, dem Mai-Urbock. Es folgen in den nächsten Wochen die anderen Bierspezialitäten bis hin zum nächsten Winterbock.

Alle Etiketten werden nun auf Naturpapier statt auf aluminium-bedampftem Papier bedruckt; es gibt nur noch eine partielle Folienveredlung. Das Einbecker Brauhaus verzichtet außerdem auf die Flaschenhalsfolie aus Staniol. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Bockbieren wird durch die Kronkorken in Sortenfarbe differenziert.

Wie die Einbecker Brauhaus AG betont, bleibt der Inhalt der fünf verschiedenen Bockbiere unverändert. Die neue Ausstattung der Bockbiere ist nun aber nachhaltiger, weil die Etiketten kein Staniol und keine Aluminium-Komponente mehr enthalten.

(c) Einbecker Brauhaus AG
So bewirbt die Brauerei das neue Aussehen ihrer Bockbiere. (c) Einbecker Brauhaus AG

Der Durst nach der Kraft der Kultur

Der Durst ist groß. Der Durst nach leibhaftigen Kulturerlebnissen, nach Live-Konzerten, die nicht nur auf einem Bildschirm zu sehen sind. Sondern bei denen das Publikum die Kraft der Musik vor Ort direkt spürt. Im vergangenen Jahr war das neue Festival „Kulturkrafttage“ noch von der Pandemie ausgebremst worden. In diesem Jahr vom 18. bis 20. März aber wollen die Macher livehaftig in der PS-Halle in Einbeck durchstarten, Sprache und Musik verbinden und Begegnungen ermöglichen. Und dazu gehört natürlich das passende Einbecker Bier. In den eigens gelabelten Flaschen ist das Ainpöckisch 1378, der naturtrübe Bockbier-Genuss für die besonderen Anlässe. Auf dem Etikett die Wortverbindung Kulturkraft und Craft-Bier deutlich sichtbar. Und craft beer, handwerklich hergestelltes Bier, das gibt es in Einbeck schließlich schon seit 700 Jahren. „Einbecker Bier und die Kultur und die PS-Halle – das gehört einfach zusammen“, sagt die Künstlerische Leiterin der Kulturkrafttage, Julia Hansen, die sich gemeinsam mit Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek auf die Premieren-Veranstaltungen freut und den Möglichmachern dankt.

Vor dem Rathaus warben die Kulturkrafttage auf dem Wochenmarkt für die neue mehrtägige Kulturveranstaltung für ganz Südniedersachsen. Mit dabei das passende Kulturbier in Flaschen. Bei den „Kulturkrafttagen“ sind in der großen, mit leistungsfähiger Lüftungsanlage versehenen modernen Halle des Oldtimermuseums PS-Speicher verschiedene hochkarätige Künstler zu Gast in Einbeck. Pianist Martin Stadtfeld spielt zur Eröffnung am 18. März ein Solokonzert mit Werken von Georg Friedrich Händel, Johannes Brahms und Franz Schubert. Am 19. März geben sich zwei Tatort-Kommissare musikalisch die Klinke in die Hand: Nachmittags ist Charles Brauer mit dem Eliot-Quartett mit Texten unter anderem von Rainer Maria Rilke, Gottfried Benn, Erich Fried, Ingeborg Bachmann und Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Joseph Haydn und Arvo Pärt zur „Blauen Stunde“ zu Gast. Abends spielen Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys „Rhythmus in Dosen – Das Jubiläumsprogramm!“. Im Rahmenprogramm wird es moderierte Bühnengespräche mit den Künstlern sowie die Ausstellung „Auftritt“ des Göttinger Fotografen Frank Stefan Kimmel mit großformatigen Fotos prominenter Künstler und Interviewtexten mit Einblicken zum Leben mit und auf der Bühne geben.

Die „Kulturkrafttage“ erreichen am 20. März mit der Matinee ihren Höhepunkt: Julia Hansen und Heikko Deutschmann improvisieren ohne Netz und doppelten Boden mit den Musikern Rhani Krija, Jörg Siebenhaar und Thomas Zander beim Programm „Das Buch Suleika – Goethe meets Jazz“. Nach Heine im Vorjahr kommt nun Dichterfürst Goethe zu Ehren.

„Wir freuen uns sehr darauf, in diesem Jahr tatsächlich mit Publikum vor Ort starten zu können“, sagt Julia Hansen. Sie erinnert noch einmal an den „Kulturkraftmoment“, den das ansonsten nicht stattfindende Festival dank vieler Unterstützer 2021 live streamen konnte. „Heine meets Jazz“ ist nach wie vor online und hat live und als Video zahlreiche Menschen weltweit erreicht, berührt und begeistert.

Karten für die „Kulturkrafttage“ gibt es hier. Bereits für 2021 gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit.

Kulturcraftbier: Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und die Künstlerische Leiterin der Kulturkrafttage, Julia Hansen (r.), vor dem Einbecker Rathaus. Foto: Frank Bertram

Kräftig, süffig, malzig: neuer Einbecker Bockbier-Likör

Wenn dunkles Bockbier aus Einbeck auf echte Bourbon-Vanille und würzig-fruchtigen Cassia-Zimt trifft und eine Prise Gewürznelke hinzu kommt: Dann ist der neue Einbecker Bockbier-Likör im Glas, den die Weserbergland-Brennerei zusammen mit dem Einbecker Brauhaus kreiert hat.

Die Weserbergland-Brennerei von Sebastian Budde und die Einbecker Brauerei haben an dem neuen Einbecker Bockbier-Likör gemeinsam gearbeitet, der bisherige Winterbock-Likör war nicht mehr aktuell. Rezeptur, Geschmack und Design wurden nach fünf Jahren einem deutlich erkennbaren Relaunch unterzogen. Hergestellt wird das Produkt in der Weserbergland-Brennerei.

Weserbergland-Brennerei und Brauhaus AG sind Mitglieder im Regionalen Erzeugerverband Südniedersachsen. „Der neue Einbecker Bockbier-Likör ist ein Zeichen für die gute Zusammenarbeit mit einem Hersteller aus unserer Region, mit dem es gemeinsam gelingt, die Wertschöpfung in der Region Südniedersachen zu halten“, sagt Brauereisprecher Ulrich Meiser.

Der Ausgangsstoff für den Bockbier-Manufaktur-Likör ist Einbecker „Ur-Bock Dunkel“. Dieser kräftig süffige und malzige dunkle Bock von den Erfindern des Bockbiers trifft „auf die betörende Opulenz der echten Bourbon Vanille und würzig-fruchtigen Cassia Zimt. Abgerundet durch eine kleine Prise Gewürznelke, ist er mit stattlichen 30% vol. ein Genuss für Liebhaber dunkler Einbecker Biere“, heißt es in der Produkt-Beschreibung.

Getrunken werden kann der Likör bei Zimmertemperatur in der kalten Jahreszeit. Oder gekühlt im Sommer. Denn der Einbecker Bockbier-Likör soll kein „Winter- oder Weihnachtsprodukt“ sein, sondern das ganze Jahr die Likörfreunde erfreuen.

„Der Likör wird, wie alle Produkte unseres Hauses, weder mit industriellen Aromen noch Farbstoffen gefertigt, sondern ist ein reines Produkt aus Bier, Zucker, hochreinem Alkohol und wirklich erlesenen Gewürzen“, sagt Sebastian Budde. „Der Unterschied in der Herstellung zu den bestehenden Bränden, die erst mühsam destilliert werden und dann mehrjährig zur Reifung auf Holzfässer kommen, ist beim Likör die fehlende Destillation“, beschreibt der Chef der Weserbergland-Brennerei. „Bei der Likörherstellung siedet das Bier ein zweites Mal im Kupferkessel, zusammen mit den feinen Gewürzen und dem Zucker, bevor es nach einer Filtration eine mehrmonatige dunkle und kühle Reife antritt.“ Für eine höhere Alkoholstärke vermählt Sebastian Budde mit seinen Team den Gewürzsud vor der Reife noch mit hochreinem Alkohol.

Die 350-ml-Flasche ist im Brauerei-Fanshop und in weiteren Verkaufsstellen in der Region, zum Beispiel bei der Einbecker Senfmühle oder im Klosterhof Brunshausen bei Bad Gandersheim erhältlich.

Hergestellt von der Weserbergland-Brauerei: Der neue Einbecker Bockbier-Likör. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Audienz beim „Bierpapst“

Bierprobe im urigen Fass im Einbecker Urbockkeller: „Bierpapst“ Conrad Seidl.

Hoher Besuch im Einbecker Brauhaus: „Bierpapst“ Conrad Seidl war jetzt für Dreharbeiten in Einbeck unterwegs und dabei selbstverständlich auch in der Brauerei zu Gast. Der Österreicher produziert zurzeit eine neue, zweite Staffel seiner Reihe „Beer-tastic!“, die wahrscheinlich ab Frühjahr 2021 in Streamingdiensten zu sehen sein wird. Eine der 26-minütigen Folgen, komplett auf Englisch gedreht, wird dabei in der Heimat des Bockbieres spielen. Bier und Kunst ist das übergreifende Thema der Filme, Braukultur spielt dabei eine wichtige Rolle. Produziert wird die Staffel von „Magic Entertainment“ von Cornelia und Christian Machacek. In Einbeck unterwegs war Conrad Seidl mit Stadtführerin Marion Bartels, die als Dreh-Scout so manche unbekannte Plätze zeigen konnte. Im Stadtmuseum informierte sich der „Bierpapst“ unter anderem über das älteste Bierfass Deutschlands und erhielt Informationen von Museumspädagogin Dr. Imke Weichert. Für eine Szene kam auch der PS-Speicher ins Spiel, in dem Seidl mit einem Twin-Mercedes fahren durfte und dabei dachte, er würde wohl nach einem Bockbier doppelt sehen, hat das Fahrzeug doch zwei Motorhauben in entgegen gesetzte Richtungen. Im Urbockkeller der Brauerei stand dann schließlich eine Bockbier-Verkostung an. Der „Bierpapst“ testete sämtliche Bockbier-Sorten der Einbecker und hatte dabei sichtlich Spaß.

Conrad Seidl kam bei seinem Einbeck-Besuch während des Geschichtstreffens des Brauwesens im Oktober vergangenen Jahres auf den Einbecker-Geschmack. Wer über Bockbier einen Film macht, kommt um die Heimat des Bockbieres ja ohnehin nicht herum. Der 62-jährige Wiener arbeitet als Journalist beim „Standard“, hat mehr als 35 Jahre über Politik geschrieben. „Wer sich den ganzen Tag mit Politik befassen muss, braucht nachher ein Bier“, sagt Seidl. „Oder auch zwei. So habe ich gelernt, wie ein Biersommelier zu verkosten, wie ein Beerjudge zu beurteilen und wie ein Beerwriter über Brauereien und ihre Braukunst zu schreiben.“ Durch seine Beschäftigung mit dem Thema Bier und Braukultur vermarktet sich Seidl selbst als „Bierpapst“.

Im Sudhaus (v.l.): Kai Arnemann (Brauer), Conrad Seidl, Max Diebel (Brauer), Cornelia und Christian Machacek (Produktionsfirma). Foto: Einbecker Brauhaus AG

„Bierpapst“ Conrad Seidl mit Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser.

Bei den Dreharbeiten und der Bockbierprobe: „Bierpapst“ Conrad Seidl. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Vor 50 Jahren auf dem Weg nach München

Auf der Bockbierstraße unterwegs: Werbung für den Biertreck 1969. Foto: Archiv Einbecker Brauhaus AG

Ein historisches Abenteuer in moderner Zeit unternahm die Einbecker Brauhaus AG auf Initiative ihres damaligen Brauereidirektors Karl-Ernst Lenz vor 50 Jahren: Im Mai 1969 bewegte sich 14 Tage lang begleitet von bundesweitem Medienecho ein historischer Biertreck von Einbeck nach München. Zwei Bierfuhrwerke, ein großer Planwagen für den Tross, acht Bierfässer mit insgesamt etwa acht Hektolitern Bockbier, 30 Reiter, Herolde und bewaffnete Knechte, die alle prächtige historische Kostüme tragen, reiten und fahren quer durch Deutschland über die „Bockbierstraße“ in die bayerische Metropole nach München. Ohne Einbeck gäb’s ja bekanntlich kein Bockbier. Nicht im Mai und nicht in München. Und damit diese im Laufe der Jahrzehnte zu verblassen drohende Botschaft möglichst viele vernehmen mögen, war Brauereidirektor Lenz auf die Idee des historischen Biertrecks in die bayerische Landeshauptstadt gekommen. Später folgten noch Biertrecks nach Lübeck (1972), ins Rheinland nach Bonn (1973) und nach Celle (1978). Premiere war aber vor 50 Jahren, im Mai 1969: Längst legendär sind Ziegenbock „Ator“ und der Film über dieses Unternehmen, der auch regelmäßig in der großen Bierausstellung im Einbecker Stadtmuseum gezeigt wird. Nach der Verabschiedung in Einbeck am 8. Mai auf dem Marktplatz kam der historische Biertreck am 22. Mai 1969 in München an. Auf dem „Platzl“ war ein kleines Festprogramm organisiert, wobei sich die Münchener Brauereien arg zurückhielten (außer der Ayinger).

Vor den Reden von Bürgermeister und Landtagspräsident hielt der Einbecker Brauereidirektor Lenz eine Ansprache „und übergibt zwei Fass harter Gulden als Olympia-Spende an die Olympia-Sieger Manfred Schnelldorfer und Erhard Keller„, wie es im Programm heißt. „Zum anderen spendet er 8 hl edlen Gerstensaftes für die Münchner Altersheime.“ Der damalige Juniorchef der Brauerei zu Aying, Franz Inselkammer, „verehrt den Einbecker Mannen 1 Zentner Leberkäs, 5 Kilo bayrischen Senf sowie 200 Liter des überall geschätzten Ayinger Pils“. Anschließend waren Ehrengäste „und 200 alte Münchner und Münchnerinnen zur bayrischen Brotzeit mit Einbecker Bier und Ayinger Pils“ eingeladen, heißt es in der Programmfolge. Darauf folgte ein zünftiges Unterhaltungsprogramm mit dem Abschluss: Peter Neu singt Gstanzl.

Ein Biertreck-Gespann von 1969 vor dem Einbecker Brauhaus in der Papenstraße (re. das Amtsgericht, im Hintergrund das Portal der Ratsschule). Foto: privat

Historischer Biertreck 1969 von Einbeck nach München. Fotos: Archiv Einbecker Brauhaus AG

Einbecker auf dem Kilimandscharo

Matthijs van den Berg auf dem Kilimandscharo.
Mit dabei: Einbecker Ur-Bock hell.
Foto: Matthijs van den Berg

Matthijs van den Berg aus Palo Alto (Kalifornien) hat mit seinem Bruder Stijn aus Groningen (Niederlande) vor wenigen Tagen in einer sehr anstrengenden, einwöchigen Tour den mit 5895 Metern höchsten Berg Afrikas, den Kilimandscharo, bestiegen. Mit dabei: Einbecker Ur-Bock hell, sein absolutes Lieblingsbier. Das macht mal wieder deutlich: Einbecker gibt’s in aller Welt.

Bock-Box für Entdecker

Bock-Box für Entdecker.

Aus Einbeck in die ganze Welt – schon seit Jahrhunderten erfreut das Bier aus Einbeck nicht allein in der Region die Biergenießer. Weltweit kennt man den stärker eingebrauten Gerstensaft bereits lange. Er ist von jeher bei Bierkennern in vielen Ländern sehr beliebt, weil er einstmals haltbarer als andere Biere unbeschadet auch weitere Land- und Seewege überstanden hat und exportiert werden konnte. Jetzt gibt es ein neues Bockbier aus Einbeck, der Heimat des Ur-Bocks, das daran erinnern will: den Export-Ur-Bock. Ihn hat die Einbecker Brauhaus AG wie seine Saisonbockbiere in einem Sud eingebraut, der nicht dauerhaft im Sortiment ist – wenn dieser ausverkauft ist, dann ist er ausgetrunken. Markant-kräftig mit feiner Hopfennote ist das Export-Bockbier zwischen dem hellen und dem dunklen Ur-Bock angesiedelt. Opak, also nicht durchsichtig, ist das naturtrübe Bockbier, auch wenn es im Glas eingeschänkt nicht den Trübegrad hat wie das „Ainpöckisch 1378“.

Einmal um die ganze Welt und die Flaschen voller Bockbier.

Erhältlich ist das Export-Bockbier ausschließlich in der Pappbox in einer limitierten Sonderedition mit dem pfiffigen Namen „Entdecker-Bocks“. Neben sieben Flaschen ist ein Bierglas enthalten mit Relief-Wappen – und einem Hingucker auf dem Glasboden, der gut sichtbar wird, wenn das Bier ausgetrunken ist: „Seit 1378“ steht dort. Vorbild der Edition in der Pappverpackung ist die unter anderem im Reformationsjubiläumsjahr erhältliche Box mit Luthers Lieblingsbier, dem „Ainpöckisch 1378“. Auf der neuen „Entdecker-Bocks“ aus Pappe wird die Export-Biergeschichte des Einbecker Bieres erzählt: Schon zu Zeiten der mittelalterlichen Hanse im 14./15. Jahrhundert war das Bier aus Einbeck weit geführet, kam bis Reval, Amsterdam und Italien. Auch der bekannte Seeräuber Klaus Störtebeker dürfte hier und da mal ein Fass Einbecker Bieres auf der Nord- und Ostsee erbeutet und genossen haben. Dass die bayerischen Herzöge im frühen 17. Jahrhundert einen Braumeister aus Einbeck abwarben, um das Bier ainpöckischer Brauart auch in München zu brauen, ist bekannt. Weniger bekannt dagegen ist, dass Einbecker Bier im 19. Jahrhundert bis nach Australien, Asien, Südafrika und Südamerika exportiert worden ist und dort Medaillen und andere Auszeichnungen erhielt. Bei der Weltausstellung 1879 in Sydney beispielsweise ist das Bier der Einbecker Brauerei prämiert und ausgeschänkt worden. 1886 warb der Kaufmann und Importeur F. Stoltenhoff damit, dass er der Einzige war, der Export-Bockbier aus Einbeck nach Kapstadt einführen durfte. Einer der größten Importeure Asiens (Jebsen & Co.) brachte das Einbecker 1895 nach Hongkong. In Guatemala wurde das Export-Ur-Bock 1898 vom Ministerio de Formento mit dem Großen Preis ausgezeichnet.

Hingucker auf dem Glasboden.

Für das Export-Bockbier werden ausschließlich neue Einbecker-Glasflaschen verwendet, damit diese in der hochwertigen Verpackung eine gute Figur machen und nicht schon leichte Mehrwegspuren aufweisen, die nach mehrere Mehrweg-Umläufen unvermeidbar wären. Die neue „Entdecker-Bocks“ gibt es ausschließlich im Fan-Shop der Brauerei, bei der Einbecker Tourist-Information im Eicke’schen Haus und bei ausgewählten Getränkehändlern zu kaufen.

Export Ur-Bock, die neue naturtrübe Spezialität, ist zunächst nur einmal gebraut worden.

Bockbier-Brot

Brauhaus-Marketingleiter Ingo Schrader, Hendrik Biel und Karl-René Biel.

Bier kann man trinken, na klar! Aber was kann man mit Bier noch machen, speziell mit Bockbier, bei dem der hohe Malzanteil die Basis für viele gute Ideen sein kann? Ein Brot backen zum Beispiel. Zwei regionale Unternehmen vereinen daher jetzt Brot und Bier. Die Bäckerei Biel aus Delligsen, unter anderem mit drei Filialen in Einbeck präsent, und die Einbecker Brauhaus AG haben das „Bock-Brot“ präsentiert. „Ich glaube, wir haben da ein leckeres Produkt kreiert“, sagt Hendrik Biel, Verkaufsleiter in Biels Backhaus. „Gerade jetzt im Herbst: ein Pfundskerl aus der Heimat, der wunderbar in die Jahreszeit passt!“ Bäckermeister und Geschäftsführer Karl-René Biel, inzwischen die fünfte Generation des Traditionsunternehmens, stimmt seinem Bruder zu. Das „Bock-Brot“ ist ein Roggenmischbrot und mit hauseigenem Natursauerteig kräftig ausgebacken, dabei kommt als Flüssigkeit 50 Prozent Einbecker Ur-Bock ins Spiel. Mit Ur-Bock der Einbecker Brauhaus AG wird der Brotteig handwerklich hergestellt. Das Bockbier aus Einbeck vom Erfinder des Bockbieres gibt dem Brot den herzhaften Geschmack, Röstzwiebeln steuern die besondere Würze bei, der Alkohol verflüchtigt sich beim Backen. Heraus kommt ein kräftiges Stück Heimat, ein regionaler Pfundskerl, der in der kühleren Jahreszeit in allen 20 Filialen von Biels Backhaus im Gebiet zwischen Hameln und Seesen, zwischen Mahlerten und Northeim immer zum Wochenende erhältlich ist: donnerstags, freitags und sonnabends.

Biels Bockbier-Brot.

Winter, Weihnacht, Bockbier-Brand

Herbstlich-winterliche Spezialitäten aus dem Brauhaus.

Heute schon an Weihnachten denken, an Herbst und Winter: Mit Beginn des Monats Oktober startet die Einbecker Brauhaus AG ihre Saison und liefert den Winterbock- und Weihnachtsbier-Jahrgang aus. Bevor das erste Fass Einbecker Winterbock 2017 also bei der Eröffnung des Eulenfestes am 13. Oktober offiziell auf dem Marktplatz angestochen wird, können Clevere schon einen ersten Schluck der herbstlich-winterlichen Bockbier-Spezialität genießen. Mit dem Winterbock-Jahrgang 2016 ist nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr auch heuer wieder in Zusammenarbeit mit der Weserbergland-Brennerei aus Reileifzen der aktuelle Jahrgang  Bockbier-Brand entstanden. Bei der Premiere waren die Flaschen mit dem edlen Brand, einem Wiskey ähnlich, schnell vergriffen, weshalb es in diesem Jahr 890 Flaschen gibt. Diese limitierten, handabgefüllten Flaschen á 350 Milliliter sind im Fan-Shop des Einbecker Brauhauses in Einbeck vor Ort erhältlich.

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