Einbecker Bierblog

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Limitierter Sondersud „Hanse-Bock“ vorgestellt

Er war zwar nicht der erste moderne Biertreck, aber derjenige, der die Hauptstadt der Hanse zum Ziel hatte: Vor 50 Jahren führte der „Hansebiertreck“ des Einbecker Brauhauses von Einbeck nach Lübeck, am 19. Mai 1972 erreichte er den Lübecker Marktplatz. Zur Erinnerung daran haben die Einbecker in diesem Jahr einen limitierten Sondersud, den „Hanse-Bock“, gebraut. Die Erstabfüllung erhielt der Lübecker Bürgermeister als Vormann der Städtehanse.

Sören Wolff vom Einbecker Brauhaus überreicht die Erstabfüllung an Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Im Gespräch mit dem Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau hat der Einbecker Handelschef und Bockbierbotschafter Sören Wolff den „Hanse-Bock“ so beschrieben: „Der Einbecker Hanse-Bock ist ein helles naturtrübes Bockbier mit edlen Hopfenaromen, das Gaumen und Nase mit zitronig-frischer Note betört. Den wird es in diesem Jahr – und zwar nur in diesem Jahr – in vielen Städten in Nord- und Westdeutschland zum Probieren im neuen Open Basket geben.“ Wolff meint damit den offenen Sechserträger, in dem der Kunde den Inhalt gut sehen und die Flaschen leicht und einfach herausnehmen kann. Das naturtrübe Bockbier mit Aromahopfen veredelt ist eine aromatische Besonderheit mit feinen Zitrus- und Cassisnoten. Der Sondersud „Hanse-Bock“ hat eine Stammwürze von 16,3° GP und einen Alkoholgehalt von 6,6 % vol.

Die Erstabfüllung des „Hanse-Bock“ überreichte Sören Wolff in dieser Woche an Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, der zugleich Vormann des Städtebundes „Die Hanse“ ist. „Wie im Mittelalter befindet sich der Mittelpunkt der Hanse im Lübecker Rathaus. Ich freue mich sehr, dass ich den Hanse-Bock persönlich im ehrwürdigen Audienzsaal an den Vormann der Hanse übergeben kann“, wird Wolff in einer Pressemitteilung der Hansestadt Lübeck zitiert.

Seit 1368 war Einbeck Mitglied der Hanse, zu dieser Zeit eine Wirtschaftsmacht im Nord- und Ostseeraum. Wolff überreichte Lindenau nicht nur das Bier, sondern auch symbolisch einen Datenstick mit dem Erklärfilm, den das Einbecker Brauhaus für den „Hanse-Bock“ produziert hat. „Die Kommunikation mit unseren Bierfans findet immer mehr in Social Media statt“. Das gab es bei der früheren Hanse noch nicht.

Youtube-Video der Einbecker Brauhaus AG zum „Hanse-Bock“

„Die Aufgaben der Hanse sind der lebendige Austausch der Mitgliedsstädte und die Pflege des gemeinsamen Kulturerbes“, sagte Lindenau. „Dazu gehört zweifellos auch das traditionelle Einbecker Bier. Ich danke der Einbecker Brauhaus AG für ihre Initiative.“ Der Städtebund „Die Hanse“ wurde 1980 in Zwolle neu gegründet und ist mit fast 200 Mitgliedsstädten in 16 europäischen Ländern eine der größten freiwilligen Städtegemeinschaften weltweit. Einmal pro Jahr kommen die Hansestädte der alten Tradition folgend auf dem Hansetag zusammen. Der 42. Internationale Hansetag findet in diesem Jahr vom 26. bis 29. Mai in Neuss statt. Einbeck ist nicht dabei.

Bierdeckel zum Hansebiertreck 1972. (c) Einbecker Brauhaus AG
Rückseite des Bierdeckels zum Hansebiertreck 1972. (c) Einbecker Brauhaus AG

Vor 50 Jahren: Als der Biertreck nach Lübeck führte

Drei Jahre waren seit der Premiere vergangen, als wieder im Mai ein Biertreck von Einbeck aus aufbrach: Nach der legendären Reise auf der „Bockbierstraße“ nach München machten sich 1972 Fuhrwerke, Landsknechte und Reiter auf, erneut das gute Einbecker Bier nach alter Tradition auszuliefern. Auf Initiative des damaligen Brauereidirektors Karl-Ernst Lenz war 1969 der Treck nach München gezogen, drei Jahre später war nun die Hauptstadt der Hanse, Lübeck, das Ziel des „historisches Abenteuers in moderner Zeit“, wie das damals genannt wurde. Der „Hansetreck“ führte vom 7. bis 19. Mai 1972 von Einbeck über Hannover und Hamburg in die Hansestadt Lübeck.

Biertreck von Einbeck nach Lübeck in Burgdorf. (c) Bildarchiv Region Hannover, Sammlung Fritsche, Walter Fritsche https://bildarchiv.archivrh.de/detail/25119/

Ohne Einbeck gäb’s ja bekanntlich kein Bockbier. Und damit diese im Laufe der Jahrzehnte zu verblassen drohende Botschaft möglichst viele vernehmen mögen, war Brauereidirektor Lenz auf die Idee des historischen Biertrecks in die bayerische Landeshauptstadt 1969 gekommen. Es folgten die Biertrecks eben nach Lübeck (1972), und dann ins Rheinland nach Bonn (1973) und nach Celle (1978).

Diese Transporte waren echte Knochenjobs: Um beispielsweise acht Fässer mit 800 Litern Bockbier von
Einbeck nach München zu bringen, war so ein Biertreck mit zwei Fuhrwerken, einem Versorgungswagen, 30 Reitern, Herolden und bewaffneten Knechten 14 Tage unterwegs.

Biertreck von Einbeck nach Lübeck in Burgdorf. (c) Bildarchiv Region Hannover, Sammlung Fritsche, Walter Fritsche https://bildarchiv.archivrh.de/detail/25119/
Historischer Biertreck. (c) Abbildung: Einbecker Brauhaus AG
Historischer Biertreck. (c) Abbildung: Einbecker Brauhaus AG
Video über den Biertreck 1969 nach München

Vorträge über Brodhaus-Geschichte erst im Mai

Die ursprünglich für kommende Woche angekündigten Vorträge über die Geschichte des Brodhauses am Marktplatz sind auf Mai verschoben worden. Das teilte die Eigentümerin der Gaststätte, die Einbecker Brauhaus AG, heute Abend mit. Eine Begründung für die Verschiebung wurde zunächst nicht genannt. Der Einbecker Gastronomie-Hobbyhistoriker Walter-Wilhelm Funcke wird „Geschichte und Geschichten“ über das Brodhaus nun am 16., 18. und 19. Mai (Montag, Mittwoch und Donnerstag) jeweils ab 18 Uhr erzählen. Einlass ist jeweils um 17.30 Uhr in den Saal des Brodhauses im Obergeschoss.

Es wird ein Obolus von 5 Euro pro Karte erhoben. Im Eintritt ist ein Freigetränk inbegriffen. Das eingenommene Geld geht als Spende an die „Einbecker Tafel“. Eintrittskarten sind ab dem 29. April im Brodhaus, in der Tourist-Information und im Fan-Shop des Einbecker Brauhauses erhältlich. 

Eine Annonce von 1890 des Brodhauses. Archiv Walter-Wilhelm Funcke

Aneka und Sven Falke neue Pächter: Mit frischem Wind die Tradition im Brodhaus fortsetzen

Im ältesten Wirtshaus Niedersachsens haben heute Aneka und Sven Falke als neue Pächter die Regie übernommen. „Wir freuen uns, dass wir jetzt hier durchstarten können“, sagt Aneka Falke. Das Paar sorgt für frischen Wind im Brodhaus, ohne die mehr als 600 Jahre währende Tradition der Gaststätte am Marktplatz zu vergessen. Für die Eigentümerin des Brodhauses, das ist seit exakt 50 Jahren die Einbecker Brauhaus AG, überreichte Gastronomie-Leiter Thorsten Eikenberg den symbolischen Schlüssel. „Wir haben die gemalten Betreiber gefunden“, sagt er zur Idealbesetzung der neuen Pächter.

Vor dem Brodhaus (v.l.): Dorte Simon (Kaufmännische Leiterin Einbecker Brauhaus AG), Joanna Mazany (Tourist-Information), Ulrich Meiser (Einbecker Brauhaus AG), Sven und Aneka Falke, Thorsten Eikenberg (Einbecker Brauhaus AG), Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek sowie Dr. Imke Weichert und Marco Heckhoff vom Stadtmuseum Einbeck. Foto: Frank Bertram

Nach drei Monaten Umbaustress beginnt jetzt die Anspannung des regulären Betriebs. Seit ein paar Tagen hat das Brodhaus schon geöffnet, um im langsam anlaufenden Betrieb noch Schwachstellen zu finden. Nun geht’s ab heute in die Vollen: Das Brodhaus ist außer dienstags (neuer Ruhetag) täglich von 11 bis 23 Uhr geöffnet, bietet durchgehende Küche, nachmittags auch Kuchen. Am Mittwoch und Sonnabend geht’s schon ab 9 Uhr los, denn Falkes haben drei verschiedene Markt-Frühstücke auf ihre neue Speisekarte gesetzt. „Wenn Markt ist und die Stadt voller Menschen, muss man doch die Türe aufmachen“, sagt Aneka Falke.

Die Falkes haben das Mitarbeiter-Team komplett übernommen und mit einer Servicekraft aus ihrem Schwimmbad-Bistro „Auszeit“ ergänzt. Die „Auszeit“ betreiben Falkes weiterhin, lediglich die Speisekarte ist dort etwas an Hallen- und Freibad-Kunden angepasst worden. Dafür gibt es viele der Gerichte, die manche schon aus dem „Auszeit“ kennen, nun im Brodhaus. „Wir wollten in die Stadt“, begründet Aneka Falke die Motivation, zusätzlich nun das traditionsreiche Gasthaus am Marktplatz übernommen zu haben. Sie seien Gastgeber mit ganzem Herzen, es sei eine Ehre, nun das Herzstück Einbecks bewirtschaften zu dürfen.

Im Brodhaus auf der Speisekarte ist vieles Gewohnte geblieben, angefangen von der beliebten Senfsuppe. Aber es gibt jetzt noch mehr kalte Gerichte, Wurstsalat etwa. Und neben Bockbierbraten oder Bierbrauersteak werden auch Vegerarier auf der Speisekarte fündig. Bei allen Speisen setzen Falkes auf regionale Produkte: Gewürze aus der Manufaktur „Einbecker Jung“ beispielsweise, Salate und Gemüse vom Fruchthandel Behrens aus Vogelbeck oder Schnapps aus dem Weinhandel Jörns. „Und wir haben eine monatlich wechselnde Mittagskarte mit mehreren Gerichten, außerdem ein wechselndes Tagesgericht“, sagt Sven Falke. Der gelernte Fleischermeister aus Bishausen bei Nörten-Hardenberg hatte zunächst mit einer kleinen Catering-Küche zuhause den Einstieg in die Gastronomie gewagt. Seit April 2020 betreibt er mit seinem Team das „Auszeit“-Restaurant der Stadtwerke im Schwimmbad.

Pandemie-Lockdowns, die Falkes seit Beginn begleitet haben, ist das Paar dort mit frischen Ideen begegnet, die bei vielen Kunden ankamen. Legendär sind die Forellen aus dem Schwimmerbecken, was einige bis heute fälschlicherweise für einen Aprilscherz halten. Ursprünglich sollte es auch im Brodhaus schon früher losgehen, dann kam der jüngste Corona-Lockdown zum Jahreswechsel. Die drei Monate Pause haben Falkes gemeinsam mit der Eigentümerin Brauerei für Umbau und Investitionen genutzt, vor allem in der Küche. Hier ist alles neu, umweltgerecht und zukunftssicher geworden. Herzstück ist ein Multitalent, das Kochen, braten, frittieren und druckgaren in einem Gerät vermag, noch dazu laut Hersteller bis zu vier Mal schneller ist und bis zu 40 Prozent weniger Energie benötigt, mit deutlicher Platzersparnis gegenüber herkömmlichen Kochgeräten. Insgesamt haben Brauerei und Pächter in die Renovierung rund 250.000 Euro investiert, sagt Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser. Zusammen mit Aneka und Sven Falke bedankt er sich bei allen beteiligten regionalen Handwerkern. „Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung“, sagt Aneka Falke. „Alle haben einen super Job gemacht“, ergänzt ihr Mann Sven.

Wie sehr das Brodhaus gebraucht wird, merkt zurzeit auch die Tourist-Information, bei der nach der langen Pause jetzt wieder Buchungen für Bierprogramme eintrudeln. Denn das älteste Wirtshaus ist die Gaststätte, in der die Einbecker Biere erlebbar gemacht werden. Über die Geschichte des Brodhauses seit 1333 wird am 25., 26. und 27. April, jeweils ab 18 Uhr, ein Vortrag des Einbecker Gastronomie-Hobbyhistorikers Walter-Wilhelm Funcke im Schalandersaal des Gasthauses informieren.

Thorsten Eikenberg überreichte symbolisch den Schlüssel an die neuen Pächter Aneka und Sven Falke. Den Schlüssel hatte das Stadtmuseum ausgeliehen. Foto: Frank Bertram

Der Durst nach der Kraft der Kultur

Der Durst ist groß. Der Durst nach leibhaftigen Kulturerlebnissen, nach Live-Konzerten, die nicht nur auf einem Bildschirm zu sehen sind. Sondern bei denen das Publikum die Kraft der Musik vor Ort direkt spürt. Im vergangenen Jahr war das neue Festival „Kulturkrafttage“ noch von der Pandemie ausgebremst worden. In diesem Jahr vom 18. bis 20. März aber wollen die Macher livehaftig in der PS-Halle in Einbeck durchstarten, Sprache und Musik verbinden und Begegnungen ermöglichen. Und dazu gehört natürlich das passende Einbecker Bier. In den eigens gelabelten Flaschen ist das Ainpöckisch 1378, der naturtrübe Bockbier-Genuss für die besonderen Anlässe. Auf dem Etikett die Wortverbindung Kulturkraft und Craft-Bier deutlich sichtbar. Und craft beer, handwerklich hergestelltes Bier, das gibt es in Einbeck schließlich schon seit 700 Jahren. „Einbecker Bier und die Kultur und die PS-Halle – das gehört einfach zusammen“, sagt die Künstlerische Leiterin der Kulturkrafttage, Julia Hansen, die sich gemeinsam mit Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek auf die Premieren-Veranstaltungen freut und den Möglichmachern dankt.

Vor dem Rathaus warben die Kulturkrafttage auf dem Wochenmarkt für die neue mehrtägige Kulturveranstaltung für ganz Südniedersachsen. Mit dabei das passende Kulturbier in Flaschen. Bei den „Kulturkrafttagen“ sind in der großen, mit leistungsfähiger Lüftungsanlage versehenen modernen Halle des Oldtimermuseums PS-Speicher verschiedene hochkarätige Künstler zu Gast in Einbeck. Pianist Martin Stadtfeld spielt zur Eröffnung am 18. März ein Solokonzert mit Werken von Georg Friedrich Händel, Johannes Brahms und Franz Schubert. Am 19. März geben sich zwei Tatort-Kommissare musikalisch die Klinke in die Hand: Nachmittags ist Charles Brauer mit dem Eliot-Quartett mit Texten unter anderem von Rainer Maria Rilke, Gottfried Benn, Erich Fried, Ingeborg Bachmann und Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Joseph Haydn und Arvo Pärt zur „Blauen Stunde“ zu Gast. Abends spielen Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys „Rhythmus in Dosen – Das Jubiläumsprogramm!“. Im Rahmenprogramm wird es moderierte Bühnengespräche mit den Künstlern sowie die Ausstellung „Auftritt“ des Göttinger Fotografen Frank Stefan Kimmel mit großformatigen Fotos prominenter Künstler und Interviewtexten mit Einblicken zum Leben mit und auf der Bühne geben.

Die „Kulturkrafttage“ erreichen am 20. März mit der Matinee ihren Höhepunkt: Julia Hansen und Heikko Deutschmann improvisieren ohne Netz und doppelten Boden mit den Musikern Rhani Krija, Jörg Siebenhaar und Thomas Zander beim Programm „Das Buch Suleika – Goethe meets Jazz“. Nach Heine im Vorjahr kommt nun Dichterfürst Goethe zu Ehren.

„Wir freuen uns sehr darauf, in diesem Jahr tatsächlich mit Publikum vor Ort starten zu können“, sagt Julia Hansen. Sie erinnert noch einmal an den „Kulturkraftmoment“, den das ansonsten nicht stattfindende Festival dank vieler Unterstützer 2021 live streamen konnte. „Heine meets Jazz“ ist nach wie vor online und hat live und als Video zahlreiche Menschen weltweit erreicht, berührt und begeistert.

Karten für die „Kulturkrafttage“ gibt es hier. Bereits für 2021 gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit.

Kulturcraftbier: Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und die Künstlerische Leiterin der Kulturkrafttage, Julia Hansen (r.), vor dem Einbecker Rathaus. Foto: Frank Bertram

Diese Bierkiste klingt richtig gut

Eine Einbecker Bierkiste enthält Bierflaschen. Manchmal steht sie im XXL-Format auf einem Platz. Oder aber aus einer Einbecker-Bierkiste wird eine Gitarre. Und die klingt richtig gut, wie der Einbecker Gitarrist Andreas Jaeger sofort ausprobiert hat.

Lothar Meyer-Mertel baut Gitarren. Foto: privat

Gebaut hat die Einbecker-Bierkasten-Gitarre Lothar Meyer-Mertel, der Geschäftsführer des PS.Speichers in Einbeck. Der 61-Jährige ist seit jungen Jahren der Musik im Allgemeinen und Gitarren im Besonderen verbunden. Er verfügt nicht nur über eine ansehnliche Musikinstrumentensammlung mit über 70 Saiteninstrumenten, sondern restauriert und baut seit einigen Jahren in der Freizeit auch selbst Gitarren. Die Einbecker-Gitarre ist aus einer Sekt- oder besser Bierlaune heraus entstanden. Der Korpus besteht aus zwei Hälften einer originalen Bierkiste, die innen mit einem Holzkörper verstärkt ist, an dem der Hals montiert ist. Eine Herausforderung bestand darin, die verschiedenen Materialien – Kunststoff und Holz – miteinander zu kombinieren, erzählt Meyer-Mertek. Immerhin ist sie eine der wenigen Gitarren mit eingebautem Griff. Und trägt sich also wie eine Bierkiste.

Eigentlich sollte das Instrument ein Geschenk an die Brauerei sein, aber die ließ es sich nicht nehmen, sie zu bezahlen. Natürlich stilgerecht mit zehn Kisten Einbecker Brauherren Pils. Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch freut sich sehr über das „Let it snow“-Musikvideo von Andreas Jaeger: „Es ist eine ganz besondere Gabe, eine Bierkiste so schön zum Klingen zu bringen!“

Andreas Jaeger ist Berufsmusiker, geboren 1966 in Einbeck. Als Gitarrist bewegt er sich in den unterschiedlichsten Bereichen der Musik, hauptsächlich aber im Jazz und der improvisierten Musik. Er studierte Jazzgitarre an der Musikhochschule in Frankfurt am Main bei Professor Sagmeister und arbeitet als freiberuflicher Musiklehrer und Hochschuldozent. Andreas spielte zusammen mit Michael Sagmeister, Barbara Dennerlein, Claus Heßler, Frank Itt, Achim Kück, Mordy Ferber, Jean Paul Bourelly, Reggie Worthy, Michael Weiß, Christoph Spendel, Ralph Humphrey (Frank Zappa), Bobby Kimball (Toto), Matthias Kaul, arbeitete an Projekten des Goethe- und Konfuzius Instituts und konzertierte in Südamerika (Santiago de Chile Konzertreise Andreas Jaeger Trio) und in China (Nanjing Jazz- und Worldmusic-Festival „Chinermany Worldprojekt“).

E-Gitarre aus einer Einbecker-Bierkiste. Foto: Einbecker Brauhaus AG
Youtube-Video von Andreas Jaeger mit „Let it snow“ auf der Einbecker-Bierkisten-Gitarre.

Pächter-Wechsel im Einbecker Brodhaus: Schlöter geht, Falke kommt

Im ältestesten Wirtshaus Niedersachsens gibt es zum Jahreswechsel einen Pächterwechsel: Wie die Eigentümerin der Gaststätte, das Einbecker Brauhaus, jetzt mitteilte, verlässt Conny Schlöter das Brodhaus am Einbecker Marktplatz, um sich auf die Bewirtschaftung des Knochenhaueramtshauses in Hildesheim zu konzentrieren. Neue Pächter des Brodhauses werden Aneka und Sven Falke, die bereits das „Auszeit“-Bistro am Einbecker Schwimmbad führen. Diese Gaststätte werden Falkes auch weiterhin bewirtschaften. Ab 2022 kommt das Brodhaus hinzu.

Conny Schlöter am Zapfhahn. Foto: Spieker Fotografie / Einbecker Brauhaus AG

Seit 2017 war Conny Schlöter Pächterin im Brodhaus, dem ältesten Wirtshaus Niedersachsens. Schon in den beiden Jahren zuvor hatte sie das Brodhaus in ihrer Verantwortung geführt, stets mit aufmerksamer Zuwendung und offenem Ohr für die Wünsche Ihrer Gäste. Ab dem Jahresbeginn 2022 wird die Hildesheimerin sich nun allein auf die Bewirtschaftung des KA7, des Restaurants im Knochenhaueramtshaus am Hildesheimer Marktplatz, konzentrieren, informiert die Einbecker Brauhaus AG in einer Pressemitteilung.

Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch zieht Resümee: „Conny Schlöter hat mit ihrem Team im Brodhaus für ihre Gäste aus Südniedersachsen und für touristische Besucher aus Deutschland und dem Ausland in Summe ungefähr 265.000 Einbecker Biere gezapft.“ Und sie habe das Brodhaus zuletzt gut durch die Pandemiekrise gebracht. „Herzlichen Dank, Conny Schlöter!“, sagte Deutsch. Conny Schlöter stehe für herzlichen Service, für Regionalität und sie stehe zum Einbecker Bier. Deutsch ergänzt: „Das Brauereiteam schätzt Conny Schlöter und ihre zurückhaltende Art sehr und respektiert deshalb gern ihren Wunsch, möglichst wenig Wirbel um ihre Person zu machen.“

Die Küche des KA7 in Hildesheim bietet vornehmlich frische, saisonale Produkte, die fantasievoll und mit Sinn fürs Bodenständige verarbeitet werden. Zu jedem Gericht gibt es das passende Bier aus Einbeck. Und auf Wunsch wie im Brodhaus eine zünftige Bierprobe mit fünf gezapften Biersorten.

Im Brodhaus in Einbeck werden im Januar und Februar Renovierungsarbeiten vorgenommen. Dann wird Sven Falke (43) mit seiner Ehefrau Aneka (37) das Haus weiterführen. Sie sind den Einbeckern bereits bekannt als Gastronomen der „Auszeit / Svens Bistro am Bad“. Die Gaststätte werden sie auch weiterhin bewirtschaften. Anfang des neuen Jahres will der qualitätsbewusste und im Umgang mit regionalen Produkten erfahrene Gastwirt und Fleischermeister sich selbst und sein Konzept im Detail näher vorstellen, kündigte die Brauerei an. Sven Falke schließt sich dem Dank an Conny Schlöter an: „Weiterhin alles Gute und viel Erfolg im KA7!“

Sven Falke ist bereits Wirt im „Auszeit“-Bistro im Einbecker Schwimmbad. Foto: privat

Weihnachtsbaumkugeln aus Einbecker Kronkorken

Bald soll der Weihnachtsbaum den Einbecker Marktplatz wieder festlich schmücken und vorweihnachtliche Stimmung in der Innenstadt verbreiten. Engagiert hat das YoungArt-Team um Patricia Keil mit viel Engagement an der neuen Weihnachtsbaumdekoration gearbeitet, und auch einige Einbecker Bürger beteiligten sich an der ersten großen Bastelaktion in der“ Jungen Linde“. Am kommenden Sonntag, 14. November, wird die Aktion wiederholt. Interessierte sind ab 14 Uhr eingeladen, diesmal in die Tangobrücke (Lange Brücke 1), um selbst kreativ zu werden.

Die bekannten Anhänger der vergangenen Jahre bekommen ein neues Design und werden durch weitere Elemente ersetzt, heißt es in einer Pressemitteilung der Einbeck Marketing GmbH, die für Weihnachtsbeleuchtung, Weihnachtsbaum und Weihnachtsdorf zuständig ist. Nach der guten Zusammenarbeit mit den Harz-Weser-Werken und der Jugendwerkstatt Einbeck vor sechs Jahren ist in diesem Jahr eine Kooperation mit Patricia Keil zustande gekommen. Sie zaubert mit dem YoungArt-Team der „Jungen Linde“ individuellen Baumschmuck, der die Einbecker Themen Fachwerk, Bier und Blaudruck aufgreift.

Kreative Weihnachtsbaumkugeln aus Einbecker Kronkorken. Foto: Einbeck Marketing GmbH

Die Einbecker und ihre Besucher können sich auf Figuren in Fachwerkoptik und große Blaudruck-Schleifen für den Baum, gesponsert vom Einbecker Blaudruck, freuen. „Natürlich darf das Bier nicht fehlen, daher wird es wunderschöne Weihnachtsbaumkugeln in verschiedenen Farben geben, die aus den Kronkorken des Einbecker Brauhaus bestehen“, freut sich Patricia Keil von „Fachwerk Hooray“. Bei Fragen zu der Aktion steht Patricia Keil per E-Mail unter patricia@jungelin.de zur Verfügung.

Wer sich beteiligen möchte, jedoch nicht gerne bastelt, kann gerne noch für die Anbringung der Weihnachtsbeleuchtung und des Weihnachtsbaumschmucks hier spenden. In diesem Zusammenhang möchte sich die Einbeck Marketing GmbH bei den Hauptsponsoren, Einbecker Brauhaus AG und Einbecker Blaudruck, sowie Patricia Keil und allen weiteren Sponsoren und Helfern bedanken.

Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz in Einbeck. Archiv-Foto: Frank Bertram

Braugerste-Erntefest in Einbeck

Die erste regionale Braugerste in Südniedersachsen ist geerntet, die beteiligten Landwirte trafen sich jetzt zum „Erntefest“ in Einbeck. Die Landfrauen haben aus Gerste eine Erntekrone gebunden. Was nicht so einfach war, denn eigentlich werden Erntekronen aus mehreren verschiedenen Getreidesorten gebunden, auch durfte die Gerste nicht zu trocken sein, erzählen die Landfrauen Inge Cramm und Sabine von Dassel. Herausgekommen ist eine ungewöhnliche Krone mit den typischen langen Gerstegrannen. Sie wird jetzt in der Münsterkirche St. Alexandri in Einbeck aufgehängt, wofür sich Pastor Daniel Konnerth im Namen der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde herzlich bedankte. Landfrau Inge Meibohm, die ihre Bindekunst bei Erntekronen gerne weitergab, habe ihm gesagt, dass bei jedem gebundenen Strauß für die Krone ein Gebet gesprochen werde, berichtete der Pastor. Aus rund 800 einzelnen kleinen Sträußen besteht die Gersten-Erntekrone…

Beim „Erntefest“ der Braugerste-Landwirte auf dem Brauereihof erläuterte Ulrich Meiser die Erntekrone. Foto: Frank Bertram

In diesem Jahr wurde von sieben landwirtschaftlichen Betrieben in Südniedersachsen gezielt für das Einbecker Brauhaus erstmals gemeinsam Sommerbraugerste angebaut. Im August sind insgesamt fast 800 Tonnen geerntet worden, die nun zu Braumalz für Einbecker Bier verarbeitet werden können. Noch liegt die Gerste in den Silos der Landwirte und wartet darauf, zur Mälzerei nach Schweinfurt gebracht zu werden.

Landwirt Heinrich Klingelhöfer aus Groß Lengden bei Göttingen mit seiner geernteten Braugerste. Foto: privat

Das Einbecker Brauhaus hatte anlässlich der abgeschlossenen Ernte die Landwirte zu einem „Erntefest“ nach Einbeck eingeladen. Bei dem Projekt „Regionale Braugerste“ engagieren sich die Landwirte Heinrich Klingelhöfer aus Groß Lengden bei Göttingen, Christoph von Breitenbuch aus Parensen und Dassel-Sievershausen, Henning und Bastian Meyer aus Katlenburg, Torsten Fröchtenicht aus Northeim-Hillerse, Markus Gerhardy aus Gieboldehausen sowie Armin Eggert und Siegbert Stieg aus Gleichen-Rittmarshausen.

Brauhaus-Marketingleiter Ingo Schrader erläuterte bei einem Rundgang durch die Brauerei: „Regionale Lebensmittel genießen hohes Vertrauen. Die regionale Herkunft ist, wenn es ums Essen und Trinken geht, für die Konsumenten noch wichtiger geworden. Diese Entwicklung greifen wir als Regionalbrauerei aktiv auf.“ Einbecker-Vorstand Martin Deutsch ergänzte: „Das regional verwurzelte Einbecker Brauhaus möchte zeigen, wo die Rohstoffe wachsen, die für Bier notwendig sind.“

Landwirt Christoph von Breitenbuch zieht ein positives Resümee: „Wir haben zum ersten Mal Sommerbraugerste angebaut. Die Hitzephase im Juli konnten die Getreidepflanzen nicht gut vertragen. Mit dem Ertrag sind wir aber dennoch zufrieden. Außerdem geht es uns ums Gesamtpaket.“ Darauf kommt es auch Markus Gerhardy an: „Das ist gelebte Regionalität“.

Mälzereigeschäftsführer Stephan Bergler: „Da hat sich eine tolle, aktive Gruppe von Landwirten gefunden. Mit der Qualität der Ernte und der Verarbeitungsfähigkeit der Braugerste können wir zufrieden sein.“ Und dabei sei es kein einfaches Jahr gewesen, nicht nur mit unterschiedlichem Erntewetter, sondern auch im Verlauf der Monate. Trotz der schwierigen Umstände und der durchaus differenzierten Ernte könne man in das Modell starten.

Beim „Erntefest“ im Brodhaus am Einbecker Marktplatz, dem ältesten Wirtshaus Niedersachsens, wurde passenderweise Gerstensuppe und Ochsenbraten mit Gerstenbratlingen zum Einbecker Bier gereicht.

Christoph Benseler, Technischer Leiter des Einbecker Brauhauses und Beiratsmitglied in der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des niedersächsischen Braugerstenanbaus und in der deutschen Braugerstengemeinschaft sowie Vorsitzender des Agrarausschusses des Deutschen Brauer-Bunds, möchte die Zusammenarbeit mit den Landwirten aus der Region weiter pflegen und intensivieren. Das sei eine sehr gute Kooperation, der Zusammenhalt unter den beteiligten Landwirten sei groß, alle lernten voneinander. Benseler: „Wir werden dieses Projekt weiterhin nach Kräften unterstützen.“ Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser ergänzte: „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

Die Braugerste-Landwirte trafen sich zum „Erntefest“ in Einbeck. Foto: Frank Bertram
Erntekrone aus Gerste. Foto: Frank Bertram
Gerstensuppe. Foto: Frank Bertram
Ochsenbraten mit Gerstenbratlingen. Foto: Frank Bertram
Bockbier-Tiramisu. Foto: Frank Bertram

50 Jahre Stammtisch „Zum goldenen E“

Jeden Montag treffen sie sich. Seit 50 Jahren jeden Montag. 18.000 Tage haben sie so schon gemeinsam verbracht, und das Brauherren Pils gehört immer dazu. Die Mitglieder des Stammtisches „Zum goldenen E“  aus Salzderhelden haben ihr goldenes Jubiläum jetzt unter freiem Himmel im Garten nachgeholt, nachdem am eigentlichen Termin im Febuar die Corona-Pandemie größeren Zusammenkünften noch einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. 1971 hatten sich auf Initiative der Einbecker Brauhaus AG und des damaligen Direktor Karl-Ernst Lenz Stammtische zum goldenen „E“, dem Markenzeichen der Brauerei, gebildet. Der Salzderheldener war Nummer 13. „Das war für uns eine Glückszahl“, sagt Mitglied Jörg Meister. Denn so lange und so regelmäßig wie der Salzderheldener Stammtisch gibt es keinen mehr der vor 50 Jahren initiierten Treffen.

Klaus Talke, Manfred Döllerer, Jürgen Kiehne, Klaus Haendel, Jörg Meister. Foto: Frank Bertram

Und die Stammtischbrüder sitzen montags nicht einfach so herum, scherzte Jörg Meister. Die Treffen seien dafür da, um Neuigkeiten untereinander auszutauschen, Probleme zu lösen und das Einbecker Bier zu genießen, das einst Martin Luther schon so lobte. Der schwarze Zylinder gehört immer dazu, seit 1993 gibt es als Kleidung für offizielle Anlässe dunkelgrüne Sakkos mit rot-silbern-gestreifer Krawatte.

Immer, wenn sich montags ab 18 Uhr der Stammtisch trifft (jeder der Teilnehmer hat seinen festen Stammplatz), gibt es etwas zu essen. Ein festes Ritual neben dem frisch gezapften Einbecker Brauherren Pils. Selbst zu Zeiten als es die Gastwirtschaft des ehemaligen Präsidenten Jürgen Dietrich (später Monika Voss) in Salzderhelden noch gab, durften die Stammtischbrüder ihr Essen mitbringen. Nach dem Schließen der Gastwirtschaft trifft sich der Stammtisch „Zum goldenen E“ im Gemeinschaftsraum im Bahnhof, zurzeit unter den aktuellen Corona-Bedingungen privat.

Dass der Stammtisch „Zum goldenen E“ zu Salzderhelden gehört, zeigen auch die Aktivitäten der Herren abseits der montäglichen Treffen. Die Stammtischfreunde sind bei allen Veranstaltungen im Flecken regelmäßig dabei, beteiligen sich an den Festen. Daneben unternehmen sie Fahrten in die nähere und weitere Umgebung. Zum Jubiläum gratulierten neben Vertreter der Salzderheldener Vereine auch Ortsbürgermeister Dirk Heitmüller. Der Stammtisch gehöre zum Ortsgeschehen dazu.

Präsident ist seit zehn Jahren Jürgen Kiehne, er ist neben Klaus Talke schon seit 50 Jahren seit der Gründung dabei. Die anderen Herren kamen später hinzu: Dieter Henniges, Albert Thormann, Manfred Döllerer, Klaus Haendel und Jörg Meister. Erst neu dabei sind Edgar Fried, der schon seit über zehn Jahren immer ein gern gesehener Gast war, und Dr. Reinhard Binder.

Welche Wünsche hat der Stammtisch? Jüngere Mitglieder sind gerne gesehen, sobald hoffentlich bald der Gemeinschaftsraum im Bahnhof für die wöchentlichen Treffen wieder nutzbar ist. Auf gezapftes Bier freuen sich alle, die der Einbecker Brauhaus AG für die jahrelange Begleitung danken. Und gesund und munter wollen alle bleiben, um sich montags treffen zu können. Am Stammtisch „Zum goldenen E“.

Jubiläumsfest im Garten bei Jörg Meister (r.). Foto: Frank Bertram
Die Gründungsurkunde vom 22. Februar 1971.
1971 initiierte die Brauerei die Stammtische „Zum goldenen E“.
Fotos von den ersten Treffen im Erinnerungsalbum.
Gruppenfotos aus vergangenen Jahren. Foto: Frank Bertram
Präsidentenwahl im Kreis, der Kandidat in der Mitten.

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